Fünf vergrabene Leichen hat die Polizei im Garten eines Reihenhauses in Frankreich entdeckt. Möglicherweise hat ein Vater im westfranzösischen Nantes seine vier Kinder und seine Frau getötet. Die Familie galt seit drei Wochen als vermisst. Von dem 50-jährigen Vater fehlt immer noch jede Spur. Erste Untersuchungen ergaben: Die Opfer wurden aus nächster Nähe erschossen – mit einer Waffe, wie sie auch der Vater besaß. Der Mann wird auch mit dem Verschwinden einer anderen Frau in Verbindung gebracht.Das Fahrzeug des Vaters wurde am Karfreitag auf dem Parkplatz eines Hotels im südfranzösischen Roquebrune-sur-Argens entdeckt, wo der Mann am 14. April gesehen wurde und 30 Euro abgehoben hat. Staatsanwalt spricht von "beunruhigendem Zufall" Die Stadt liegt in der Nähe des früheren Wohnorts der Familie. Aus dem Ort stammt auch eine Frau, die am gleichen Tag auf unerklärliche Weise verschwand. Der Staatsanwalt sprach von einem „beunruhigenden Zufall“, wollte aber noch keine Zusammenhänge bestätigen. Der Familienvater soll ein weitgehend erfolgloses Ein-Mann-Werbeunternehmen geleitet haben. Er sei beruflich sehr oft unterwegs gewesen.Nachbarn hatten die Polizei auf das rätselhafte Verschwinden der Familie seit Anfang April aufmerksam gemacht. Sie beschrieben die Familie als ruhig und unscheinbar, den Vater als diskret. Die vier Kinder im Alter von 13 bis 20 Jahren waren plötzlich nicht mehr in der Schule erschienen, die Eltern nicht mehr an ihren Arbeitsplätzen. Vor Bekannten hatte der Vater angegeben, er sei US-Geheimagent und müsse im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms abtauchen. Leichen in einem Graben verscharrt Den Arbeitgebern seiner als religiös beschriebenen Frau war ein Schreiben zugestellt worden, wonach sie nach einer Magenverstimmung ins Krankenhaus müsse. Später folgte ihre Kündigung.In einer anderen Version gab er an, plötzlich beruflich nach Australien versetzt worden zu sein. Damit erklärte er in einem Schreiben an den Schuldirektor auch, dass zwei Kinder in der Schule fehlten. Im Brief lag ein Scheck für die Schulgebühren.Die Leichen lagen unter der Terrasse in einem Graben verscharrt. Dort wurden auch die Kadaver der beiden Hunde der Familie entdeckt. Bei dem Verbrechen ging der Täter offenbar sehr organisiert vor. Polizisten stellten bei einer Hausdurchsuchung fest, dass die Schränke ausgeräumt und Bettlaken abgezogen waren. Spuren einer Auseinandersetzung gab es nicht.Die Polizei ermittelt auch, was es mit einer Botschaft auf einem Auto auf sich hat: Auf dem Wagen, der wohl der verschwundenen Mutter gehörte, stand in Staub geschrieben: „Das hättest Du nicht tun dürfen – Du fehlst mir!“ Unklar blieb aber, ob dieser Satz mit dem Verschwinden der Familie zusammenhing.dpa