Sonntag, 03. Mai 2020

„Für die Kirche ein lebenswichtiges Anliegen“

Der 4. Sonntag der Osterzeit – auch Sonntag des Guten Hirten genannt – wird seit 57 Jahren als Weltgebetstag um geistliche Berufe begangen. Beim Gottesdienst im leeren Bozner Dom ist Bischof Ivo Muser dabei auf das Anliegen der Berufungen eingegangen. Für die Kirche sei dies ein „lebenswichtiges Anliegen“

Bischof Ivo Muser beim Gottesdienst am Sonntag.
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Bischof Ivo Muser beim Gottesdienst am Sonntag. - Foto: © Diözese
Am Weltgebetstag um geistliche Berufe, hat Bischof Muser eingeladen um Menschen zu bitten, „die die Hirtensorge des einen guten Hirten teilen und die versuchen, vom Wort Gottes und von den Sakramenten her anderen Menschen eine Tür zu einem Leben in Fülle aufzutun“.

In seiner Predigt sagte der Diözesanbischof: „Die Zahl der geistlichen Berufe hat auch in unserem Land stark abgenommen. Zahlen sagen bestimmt nicht alles, aber wir können sie nicht ignorieren. Geistliche Berufe sind immer auch ein Gradmesser für die Lebendigkeit einer Ortskirche. Es geht um ein für unsere Diözese und für die Weltkirche lebenswichtiges Anliegen; es darf nicht delegiert werden; es geht alle an: Familien, Pfarrgemeinden, Priester, Ordensleute, Religionslehrpersonen, Jugendgruppen und kirchliche Verbände.“

3 Bitten an die Gläubigen

Bischof Muser richtete eine dreifache Bitte an die Gläubigen. „Eine erste Bitte: Im Gebet um geistliche Berufe kommt zum Ausdruck, dass wir sie brauchen, wünschen und wollen, und dass wir bekennen“, so der Bischof.

Die 2. Bitte: „Warum es nicht wieder wagen, junge Menschen auf die Möglichkeit eines geistlichen Berufes anzusprechen? Hand aufs Herz: Möchte ich, dass mein Sohn, meine Tochter, unser Enkel einen geistlichen Beruf wählt?“.

Zudem wies Ivo Muser auf den Stellenwert von Vorbildern hin. „Und noch die dritte Bitte: Unsere Zeit hat viele Idole und Vorbilder. Vor allem Jugendliche suchen nach Menschen, die sie nachahmen, denen sie nachfolgen können, manchmal mit erschreckender Treue. Auch geistliche Berufe brauchen persönliche Vorbilder,“ betonte der Bischof.

Ein Dank

Denjenigen, denen geistliche und kirchliche Berufe ein Anliegen sind und die junge Menschen ermutigend auf ihrem Weg begleiten, sprach Bischof Muser einen Dank aus. Muser bedankte sich aber auch bei denjenigen, „die Geduld haben mit uns Priestern, die Geduld und Verständnis haben mit den Fehlern und Grenzen der Menschen, die sich für einen geistlichen Beruf entschieden haben“.



Abschließend sagte der Bischof in die Zukunft gerichtet: „Die Priester von morgen, die geistlichen und kirchlichen Berufe, die morgen in den Dienst der Glaubensgemeinschaft treten, leben heute in unseren Familien und Pfarrgemeinden. Wenn jede Familie und jede Pfarrgemeinde sich dessen bewusst ist und sich entsprechend verhält, wird uns der Gute Hirt, dem seine Kirche ein Herzensanliegen ist, auch morgen die Berufungen schenken, die wir nach seinem Willen brauchen.“




stol