Statt Spiel und Spaß mit Freunden nachmittags allein zu Hause, statt draußen in der Natur daheim stundenlang am Handy, statt Rückhalt durch Mutter und Vater Eltern, die nie da sind, statt Hilfe bei den Schulaufgaben Sprachprobleme und statt Büchern, Sportverein und Familienausflug nur Tiktok: „Für die betroffenen Kinder heißt das, sie bekommen nicht die notwendige Begleitung. Jüngste Erhebungen zeigen deutlich, dass wir hier dringend tätig werden müssen“, sagt Achammer, denn: „Bildungsbiografien werden früh geschrieben.“ <BR /><BR /><BR /><BR />Über ein gezieltes Nachmittagsangebot will der Landesrat eingreifen. <BR />Für den Kindergartenbereich setzt er dabei auf einen weiteren Ausbau des verlängerten Angebotes. Im kommenden Herbst bieten landesweit bereits 44 Kindergärten – bei gelockerten Zugangskriterien – verlängerte Öffnungszeiten an, im darauffolgenden Bildungsjahr peilt man 120 Kindergärten an, erinnert der Bildungslandesrat.<BR /><BR />Für den Grundschulbereich soll hingegen ein neues Konzept her: Tagesheime. „Denn es geht hier nicht um eine Erweiterung des Schulangebotes. Es geht darum, dass Kinder Erfahrungen machen können, die sie sonst nicht machen können“, erklärt Achammer. Gerade im städtischen Gebiet gebe es Kinder, die nie hinaus in die Natur kämen. Aber auch gemeinsam mit Alterskollegen spielen, dabei soziale Kompetenzen erwerben, sind Dinge, die eigentlich für Kinder selbstverständlich sein sollten, es aber in bestimmten Familien nicht sind bzw. sein können. „Natürlich wird auch mal eine Hausaufgabenhilfe angeboten werden, aber das soll nicht im Mittelpunkt stehen“, so der Landesrat. <BR /><BR />Ansiedeln will er das Angebot bei den Schülerheimen, mit denen er bereits im Austausch steht. Gestartet werden soll erst einmal „klein“ mit einem Pilotprojekt in Bozen. Und das am liebsten schon im kommenden Schuljahr. Allerdings gilt es, noch einige Hürden dafür zu meistern. Die beiden größten: Räumlichkeiten und Personal finden.<BR />„Das Angebot soll über die Schülerheime laufen, aber in den Heimen selber ist dafür kein Platz“, erklärt Achammer. In Schul- oder Heimnähe wird daher nach einer geeigneten Struktur gesucht. Gleiches gilt für das zusätzliche Personal. „Nach den ersten Gesprächen mit den Heimleitern erwarte ich mir von deren Seite eine große Bereitschaft, solche Tagesheime auf die Beine zu stellen“, meint Achammer. Kein Problem, sagt er, seien die Kosten. „Über die Bildungsförderung gibt es eine Finanzierungsschiene“, erklärt er. <BR /><BR />Und eine ordentliche Finanzierung wird das Projekt brauchen, soll es doch, wie Landesrat Achammer betont, nicht nur niederschwellig, sondern „so gut wie kostenfrei sein“, damit nicht schon wieder die ökonomische Situation Kindern eine Chance verbaut.