Jeden Tag ereignen sich in Südtirol 40 Arbeitsunfälle, nicht wenige davon in der Landwirtschaft. Zwar ist die Zahl seit Jahren rückläufig, dennoch kommt es immer wieder zu schweren, teils sogar tödlichen Unfällen. <BR /><BR />Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz soll die Sicherheit auf den Höfen verbessert und das Bewusstsein für Gefahren am Arbeitsplatz gestärkt werden. „Bis zuletzt ist jeder Unfall, den wir verhindern können, ein Erfolg für die bäuerlichen Familien und das Schicksal ihrer Höfe“, erklärt Bauernbundobmann Daniel Gasser.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1343412_image" /></div> <BR /><BR />Bereits die frühere Stabsstelle für Arbeitssicherheit setzte erfolgreich auf Prävention. Das neue Kompetenzzentrum knüpft daran an mit dem Ziel, Arbeitssicherheit in der bäuerlichen Lebenswelt zu verankern und die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Bäuerlichen Notstandsfonds sowie einem eigens eingerichteten Beirat zu stärken.<BR /><BR />Wie dieses Ziel erreicht werden soll, erläuterte Stephen Gallmetzer Kaufmann, Arbeitssicherheitsexperte im Südtiroler Bauernbund, bei der Vorstellung des Kompetenzzentrums: „Arbeitssicherheit beruht auf drei Säulen: der technischen, der organisatorischen sowie der kulturellen und verhaltensbezogenen Dimension.“ <BR /><BR />Im technischen Bereich setzt man auf die Weiterentwicklung ergonomischer Maschinen und persönlicher Schutzausrüstung. Die organisatorische Dimension umfasst die Risikobewertung, Sicherheitsunterweisungen und die betriebliche Notfallplanung. Die dritte Säule zielt darauf ab, das Gefahrenbewusstsein zu stärken und Aus- und Weiterbildungsangebote auszubauen. <BR /><BR />Auf dieser Grundlage soll das Kompetenzzentrum künftig als zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle dienen. Es soll bestehende Kompetenzen bündeln, Mitglieder gezielt unterstützen sowie Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen vorantreiben. „Dadurch, dass jetzt die Landesverwaltung mit im Boot sitzt, entwickeln wir mit dem Kompetenzzentrum die jahrelange Arbeit des Bauernbundes weiter“, erklärte Land- und Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher. <BR /><BR />Gerade jungen Menschen müsse ein sicherer Umgang mit Maschinen und Arbeitsabläufen vorgelebt werden, damit sie die Höfe künftig übernehmen. „Freilich sollte das Vorsichtsprinzip oberstes Gebot sein. Dennoch muss das Bewusstsein für Gefahren im Arbeitsalltag gestärkt und vermittelt werden, dass es sich immer lohnt, Schutzkleidung zu tragen und Sicherheitsbestimmungen zu beachten“, so Walcher.<h3> Eine eigene Lösung für Südtirol</h3>Der Einrichtung des Kompetenzzentrums ging allerdings zunächst eine rechtliche Weichenstellung voraus. Da die Arbeitssicherheit keine autonome Zuständigkeit des Landes ist, schlug Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Regionenkonferenz einen Sonderweg für Südtirol vor, dem die römische Regierung schließlich zustimmte. „Es ist uns wichtig, dass es nicht nur ein formales Gesetz gibt, sondern die Bestimmungen auch auf die Lebensrealität in Südtirol umgemünzt werden. Mit dem Bauernbund haben wir dabei einen starken Partner, der diese Lebensrealität wirklich kennt“, unterstrich Kompatscher.