Die Frau war zu einem Spaziergang in die Wälder von Trivigno im Gemeindegebiet von Tirano aufgebrochen. Gegen 15.30 Uhr entdeckte ein Wanderer den leblosen Körper und schlug Alarm. An der Leiche wurden zahlreiche Verletzungen festgestellt, die mit Hundebissen vereinbar sind. Eine von der Staatsanwaltschaft Sondrio angeordnete Obduktion soll die genaue Todesursache endgültig klären. Eine zunächst vermutete Attacke durch Wölfe wurde inzwischen ausgeschlossen.<BR /><BR />Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass die Frau von einem Rudel aus fünf Hunden angegriffen wurde. In der Nähe des Ortes, an dem die Leiche gefunden wurde, befindet sich ein Wohnhaus, in dem mehrere Hunde der Rasse Dogo Argentino gehalten werden. Die Ermittler versuchen nun, die Halter sowie die genaue Herkunft der beteiligten Tiere festzustellen.<BR /><BR />Zudem soll die Abfolge der Ereignisse rekonstruiert werden. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob die Bissverletzungen unmittelbar zum Tod führten oder ob die Frau bereits zuvor einen gesundheitlichen Zwischenfall erlitten hatte und erst danach angegriffen wurde. Zur Unterstützung der Untersuchungen und zur genaueren Analyse der Verletzungen wurden auch Veterinärmediziner hinzugezogen.<BR /><BR />Der Dogo Argentino ist eine große, kräftige Hunderasse aus Argentinien, die ursprünglich für die Jagd auf Großwild wie Wildschweine und Pumas gezüchtet wurde. Entwickelt wurde die Rasse in den 1920er-Jahren von dem Arzt und Züchter Antonio Nores Martínez, der einen besonders mutigen und starken Hund schaffen wollte. Der Hund benötigt viel Bewegung, eine konsequente Erziehung und eine frühe Sozialisierung, da er sonst gegenüber anderen Tieren oder fremden Menschen problematisches Verhalten zeigen kann. Aufgrund seiner Stärke und seines ursprünglichen Einsatzes als Jagdhund wird der Dogo Argentino als potenziell gefährlich eingestuft und unterliegt dort besonderen Haltungsregeln.