Samstag, 15. Februar 2020

Fußgänger stirbt bei Unfall mit Polizeiauto

Ein Polizeiauto hat auf einer Einsatzfahrt in Berlin einen Fußgänger erfasst, der wenig später gestorben ist. Der 30-Jährige kam am späten Freitagabend schwer verletzt ins Krankenhaus und erlag dort seinen Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Die Polizisten waren auf dem Weg zu einem Raubdelikt, als sie den Fußgänger erfassten.
Die Polizisten waren auf dem Weg zu einem Raubdelikt, als sie den Fußgänger erfassten. - Foto: © APA (Archiv/dpa) / Friso Gentsch
Den Angaben nach war der Funkwagen auf dem Weg zu einem Raubdelikt in Berlin-Marzahn gewesen, als der Fußgänger eine Straße überquerte. Das Polizeiauto hatte das Blaulicht eingeschaltet. Ob zusätzlich auch mit Sirene gefahren wurde, konnte ein Polizeisprecher am Samstag nicht sagen. Diese Frage werde in den Ermittlungen geklärt.

Die Insassen des Wagens – ein Polizist und eine Polizistin – hätten einen Schock erlitten und seien derzeit nicht im Dienst, sagte der Sprecher. Gegen den Fahrer sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet worden. Laut Polizei hatte der Fahrer nach dem Vorfall freiwillig einen Atemalkoholtest durchführen lassen, dieser sei negativ verlaufen. Auch einer Blutentnahme und einer Fahrtüchtigkeitskontrolle habe er zugestimmt.

Bei dem Raubdelikt, zu dem die Polizisten fahren wollten, sollen 3 Tatverdächtige Drogen von einem Mann gefordert haben. In einer Nebenstraße unweit des Unfallorts habe sich der Mann gewehrt, sagte der Polizeisprecher. Dabei habe er nach derzeitigen Erkenntnissen mit einer Schreckschusswaffe geschossen. Verletzt worden sei aber niemand. Dem Sprecher zufolge nahm die Polizei 3 Beteiligte fest, einer der mutmaßlichen Räuber sei noch flüchtig.

Vor einem Monat wurde ein Berliner Polizist angeklagt, der im Januar 2018 mit einem Polizeiauto nahe des Alexanderplatzes einen Wagen einer 21-Jährigen gerammt haben soll. Die Frau war noch an der Unfallstelle gestorben. Hier wirft die Staatsanwaltschaft dem Polizisten vor, unter Alkoholeinfluss gefahren zu sein.

dpa

Schlagwörter: