Freitag, 27. März 2020

Gänsbacher: Junge Menschen als „Hauptträger des Virus“

Immunologe Dr. Bernd Gänsbacher hat am Freitag im Rahmen der virtuellen Pressekonferenz des Landes über das Coronavirus informiert. Eindringlich warnte er die Südtiroler vor den verheerenden Folgen. Eine große Gefahr gehe vor allem von jungen Menschen aus. Es gelte sich an die Vorbeugungsmaßnahmen zu halten. Der „Peak“ der Coronavirus-Krise in Norditalien sei nämlich erst für Mitte April zu erwarten.

Bernd Gänsbacher warnte vor den Folgen des Coronavirus.
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Bernd Gänsbacher warnte vor den Folgen des Coronavirus.
Die Situation in Bergamo sei dramatisch, so Gänsbacher. Über 40 Ärzte seien dort bereits gestorben, das Sanitätssystem sei zusammengebrochen. „Wenn wir nicht ein 2. Bergamo werden wollen, dann müsst ihr euch an die Regeln halten“, appellierte Gänsbacher.

Vor allem junge Menschen seien vom Virus betroffen. „Hauptträger“ des Virus sind die 20 bis 30-Jährigen, betonte Gänsbacher. Diese stellen laut Gänsbacher die größte Gefahr dar was Neuinfektionen betreffe.

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Häufig sei der Krankheitsverlauf bei jüngeren Patienten zwar symptomfrei, es gebe aber viele kritische Fälle. Auch für junge Patienten könnte der Krankheitsverlauf tödlich sein. Es gebe zig Fälle in ganz Europa, „wo junge Menschen an Beatmungsgeräten hängen“, so Gänsbacher.

„Haltet euch an die Regeln“

Das Coronavirus könne nur im Menschen leben. Wenn ein Infizierter eine weitere Person treffe und diese infiziert, „dann lebt das Virus 20 Tage in diesem weiter“, erklärte Gänsbacher, warum es so wichtig sei durch strikte Kontaktvermeidung die Infektionskette zu brechen.

„Wenn wir alle Südtiroler in die Wohnungen sperren für rund ein Monat hätte das Virus keine Chance“, erklärte Gänsbacher. Der Mensch sei derjenige „der dem Virus erlaubt weiterzuleben“ und habe die Macht über das Virus. Daher müsse man sich strikt an alle Vorbeugungsmaßnahmen halte. „Der Mensch entscheidet ob dieses Problem in Südtirol gewaltige Ausmaße erreicht, oder ob man es kontrollieren kann“, so Gänsbacher.

Der „Peak“ an Infizierten, also der Höhepunkt der Coronavirus-Krise werde in Norditalien für Mitte April erwartet, Südtirol hinke etwa 10 Tage nach. Es liege an den Südtirolern, dass der „Peak“ früher und flacher erfolge, betonte Gänsbacher.






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