Samstag, 15. Dezember 2018

Gammelfleisch: Schlimmeres verhindert

Der Gammelfleisch-Alarm in Bozen ließ die Wogen hochgehen. Dank der Aufmerksamkeit der Köche habe man Schlimmeres verhindern können. Die Gesundheit sei nie in Gefahr gewesen.

Gammelfleisch-Alarm in Bozen. (Symbolfoto)
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Gammelfleisch-Alarm in Bozen. (Symbolfoto) - Foto: © APA/AFP

Eine Firma aus Verona soll beinahe verfallenes Fleisch angekauft, neu etikettiert und dann weiter verkauft haben; auch nach Bozen (STOL hat berichtet)

Die Firma belieferte mehrere Bozner Mensen für Senioren und Menschen mit Behinderung. Aufgefallen war der Betrug aufmerksamen Mitarbeitern der Bozner Sozialbetriebe BSB. Der zuständige Stadtrat gibt jedoch Entwarnung: „In keiner unserer Einrichtungen wurde derartiges Fleisch verarbeitet“, versichert Sozialstadtrat Juri Andriollo. 

Die Firma belieferte mehrere Bozner Mensen für Senioren und Menschen mit Behinderung. Aufgefallen war der Betrug aufmerksamen Mitarbeitern der Bozner Sozialbetriebe BSB. „Mehreren Mitarbeitern wurde bereits vor Monaten bewusst, dass die ausgelieferte Menge nicht jener auf der Etikette entsprach“, erklärt der neue Stadtrat für Soziales, Juri Andriollo. „Ebenso gab es bedenken bei der Qualität des Fleisches: Geruch und Farbe kamen unseren Köchen nicht geheuer vor.“

Der Zweifel wurde umgehend an die zuständigen Beamten der Sozialbetriebe weitergegeben, die daraufhin die Ordnungskräfte verständigten. Die Carabinieri-Sondereinheit NAS übernahm den Fall. In den darauffolgenden Monaten haben die Geschäftsführung der Sozialbetriebe und die Verantwortlichen der Küchen konstant und vertraulich an den Ermittlungen mitgearbeitet. „Das beherzte Vorgehen unserer Mitarbeiter konnte zur Aufdeckung des Betrugs führen und Schlimmeres verhindern“, unterstrich Andriollo. Doch Grund zur Sorge gab es zu keinem Zeitpunkt: „Die Gesundheit der Mensa-Besucher war niemals in Gefahr. Das betroffene Fleisch wurde nie zum Kochen bzw. Braten genutzt. Sobald es Zweifel gab, wurde nach alternativen Lieferanten gesucht.“

Es handelt sich um den zweiten, ähnlichen Fall an einer Bozner Mensa. Im September erkrankten 60 Kinder im Stadtviertel Firmian, in der Grundschulmensa wurden Viren gefunden.

Schulstadträtin Monica Franch erklärt, dass die Schulmensen nicht betroffen waren. Sie unterstreicht: „Der Lebensmittellieferant, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, hat weder die Kindergärten, noch die Schulmensen der Grund-, Mittel- und Oberschulen der Stadt beliefert. Diese werden von einer anderen Firma beliefert, die mit dieser Angelegenheit nichts zu tun hat.“

D/wh

stol