Montag, 09. November 2020

Südtirol ist rote Zone: Das sind die Maßnahmen

Seit Montag gibt es neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Laut Dekret des Landeshauptmanns ist nun ganz Südtirol eine rote Zone.

Ein harter Lockdown wie im Frühjahr ist noch nicht vom Tisch (Symbolfoto).
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Ein harter Lockdown wie im Frühjahr ist noch nicht vom Tisch (Symbolfoto). - Foto: © shutterstock
Was sich bereits abgezeichnet hat, ist am Sonntagabend zur Gewissheit geworden: Landeshauptmann Arno Kompatscher hat die Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 68 unterzeichnet. Sie ist seit dem heutigen Montag in Kraft und betrifft alle Gemeinden Südtirols. Die neue Verordnung gilt vorerst bis zum 22. November.

Einheitliche Bestimmungen


„Durch das stetige Steigen der Anzahl der Infektionsfälle in ganz Südtirol hat es letzthin zunehmend mehr Clustergemeinden gegeben, in denen besonders strenge Vorschriften galten. Es macht jetzt, wo die Zahlen konstant steigen, keinen Sinn mehr, jeden Tag neue Gemeinden hinzuzufügen. Hingegen ist es sinnvoller, dass in ganz Südtirol dieselben Bestimmungen gelten“, erklärt Kompatscher.

So gebe es für die Bevölkerung mehr Klarheit zu den Vorgaben, die zu befolgen sind.

Rasches Handeln ist notwendig

„Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass ein sofortiges Einschreiten mit strengen und einschneidenden Maßnahmen notwendig ist, und können es uns nicht leisten, länger zu warten. Wir müssen unser Gesundheitssystem, das zunehmend unter Druck gerät, am Laufen halten“, betont Kompatscher.

Die Zahl der Fälle würde längst jene des vergangenen März überschreiten. Auch wenn die Entscheidung in den Augen vieler Menschen unverhältnismäßig erscheinen mag, so sei es nun unerlässlich, „verantwortungsbewusst im Interesse der gesamten Gemeinschaft zu handeln“, so der Landeshauptmann.

Gleiche Regeln in allen Gemeinden

Nun gibt es nicht mehr einzelne sogenannte Cluster-Gemeinden, sondern mit der neuen Verordnung gilt ganz Südtirol als rote Zone. Somit gelten für das ganze Land die selben Regen. Die Verordnung gilt vorerst bis 22. November.

Friseur- und Schönheitssalons müssen schließen

Dienste an der Person wie Friseur-, Schönheitssalons und ähnliche sind mit Ausnahme von Wäschereien und Bestattungsinstituten nun ebenfalls geschlossen.

Lebensmittelgeschäfte dürfen von Montag bis Samstag öffnen, müssen aber sonntags zu bleiben.

Grundsätzlich wird der Detailhandel wie schon vorher verordnet ausgesetzt. Hierbei gibt es jedoch einige Ausnahmen. Geschäfte, die Produkte des täglichen Bedarfs anbieten,dürfen weiter geöffnet bleiben. Zudem bleiben neben Lebensmittelgeschäften, auch Apotheken, Drogerien, Buchhandlungen, Geschäfte für Schreibwaren und Bürobedarf, Optiker, Zeitungsgeschäfte, Blumengeschäfte, Autohändler und einige weitere offen. Eine vollständige Auflistung gibt es in der Anlage 1 der Verordnung (siehe unten).

In den Räumlichkeiten der zulässigen Tätigkeiten ist eine Höchstanzahl von einem Kunde je 10 Quadratmeter zulässig; in den Geschäften mit einer Fläche von weniger als 20 Quadratmetern sind zeitgleich maximal 2 Kunden zulässig.

Sämtliche Geschäfte müssen laut Verordnung jedoch an Sonn- und Feiertagen schließen. Apotheken, Pharmazien, Zeitungskioske und Tabakläden sind hingegen davon ausgenommen und können an allen Tagen geöffnet halten.

Bars und Restaurants bleiben wie bereits verordnet geschlossen. Erlaubt ist lediglich ein Abholdienst (von 5 bis 20 Uhr) und Zustelldienst (von 5 bis 22 Uhr). Auch beim Abholen gilt die oben genannte 1/10 Regel: im Lokals ist maximal ein Kunde je 10 Quadratmeter zulässig.

Bewegungen innerhalb des Südtiroler Landesgebiets sind nur aus Gründen der Arbeit, des Studiums, der Gesundheit und anderer dokumentierbarer Notwendigkeiten zulässig.

Zu den dringenden Gründen gehören auch Einkäufe in Geschäften, die nicht auf dem Gebiet der jeweiligen Wohngemeinde vorhanden sind, die Betreuung von Angehörigen, die Hilfe benötigen, sowie Besuche des Partners, mit dem man nicht zusammenlebt.

Auch innerhalb des Gemeindegebietes sind nur jene Bewegungen erlaubt, die durch nachgewiesene Arbeitserfordernisse, gesundheitliche Gründe oder Umstände der Notwendigkeit oder Dringlichkeit begründet sind. Die Notwendigkeiten müssen durch eine Eigenerklärung nachgewiesen werden.

Körperliche Bewegung in der Nähe des eigenen Hauses erlaubt

Es ist weiterhin erlaubt, in der Nähe der eigenen Wohnung körperliche Aktivitäten einzeln durchzuführen. Dabei muss ein Abstand von mindestens 2 Metern zu jeder nicht im eigenen Haushalt zusammenlebenden Person
eingehalten werden und es gilt die Pflicht, Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Unterricht startet wieder

Am Montag nehmen die Schulen in ganz Südtirol nach der Herbstferien-Woche wieder ihren Betrieb auf: In der Kleinkindbetreuung, in Kindergarten, Grundschule und der ersten Klasse Mittelschule bleiben die pädagogische Begleitung und der Unterricht in Präsenz aufrecht.

Für Kinder ab dem 6. Lebensjahr gilt die Pflicht, nun auch während des Unterrichts einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für die 2. und 3. Klassen der Mittelschulen, an den Oberschulen, der Berufsbildung und der Universität erfolgt die Bildungstätigkeit zur Gänze als Fernunterricht.

Es gibt einige wenige Ausnahmen, beispielsweise für Jugendliche mit Beeinträchtigung oder mit besonderen Bedürfnissen und für Situationen des Praxisunterrichts, die ausschließlich in Präsenzunterricht abgewickelt werden können.

Öffentliche Verkehrsmittel sind weiter nutzbar

Die öffentlichen Verkehrsmittel, die mit nicht mehr als der Hälfte an Fahrgästen belegt werden, können weiterhin genutzt werden, und zwar um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen oder aus anderen dringlichen Erfordernissen. Auf jeden Fall muss in Bus und Bahn der Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung gibt es hier.




stol/lpa