Cecere hatte eine WhatsApp-Sprachnachricht verbreitet, in der vor einem angeblichen Entführungsversuch eines elfjährigen Kindes im nahegelegenen Bardolino gewarnt wurde. In der Nachricht wurde behauptet, hinter dem Vorfall stehe eine Bande, die Kinder entführe, zum Zweck „Organhandel und Pädophilie“. Die Information stellte sich jedoch als vollständig unbegründet heraus, verbreitete sich aber rasch in sozialen Netzwerken und löste in der Bevölkerung große Verunsicherung aus. <BR /><BR />Die Aufregung legte sich erst, nachdem der Bürgermeister von Bardolino, Daniele Bertasi, gemeinsam mit den Behörden Entwarnung gab. Die Polizei hatte die Situation überprüft und festgestellt, dass kein Entführungsversuch stattgefunden hatte. Daraufhin reichte Cecere ihr Rücktrittsschreiben ein. Sie entschuldigte sich bei der Bevölkerung und der Gemeindeverwaltung. Ihr Verhalten sei nicht aus böser Absicht entstanden, erklärte sie, sondern aus Angst und Sorge als Mutter von zwei Kindern.<BR /><BR />Der Vorfall sorgte auch politisch für Kritik. Vertreter der Oppositionsgruppe „Garda Futura“, darunter Fraktionschefin Lorenza Ragnolini, hatten bereits eine Anfrage eingebracht und Ceceres Rücktritt gefordert. In vielen italienischen Gemeinden seien in den vergangenen Monaten Kettennachrichten über angebliche Kindesentführungen kursiert, die sich später als Falschmeldungen erwiesen. Dies sei jedoch der erste bekannte Fall, in dem eine solche Nachricht von einer Person mit öffentlichem Amt verbreitet wurde.