Mittwoch, 24. Juni 2020

GARFIDI erneut mit positivem Jahresabschluss

Die Garantiegenossenschaft GARFIDI trägt sich selbst und stützt andere: So könnte man die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Bilanz zusammenfassen.

Christoph Rainer (Direktor der GARFIDI), Barbara Jäger (Präsidentin der GARFIDI) und Hannes Mussak (Mitgliedervertreter in der Hauptversammlung).
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Christoph Rainer (Direktor der GARFIDI), Barbara Jäger (Präsidentin der GARFIDI) und Hannes Mussak (Mitgliedervertreter in der Hauptversammlung). - Foto: © GARFIDI
Die Finanzierungen, die Unternehmen durch Kreditgarantien ermöglicht wurden, kletterten auf einen neuen Höchstwert, zugleich stand bei Südtirols mitgliederstärkster Garantiegenossenschaft zum 7. Mal in Folge ein Plus in der Gewinnzeile. SWR-Präsident Hannes Mussak genehmigte die Bilanz stellvertretend für die über 3000 Mitglieder von GARFIDI.

2019 war ein Jahr wichtiger Weichenstellungen bei GARFIDI: „Wir haben wichtige Investitionen auf den Weg gebracht. Zum einen in die Digitalisierung, die eine bessere und raschere Abwicklung von Garantien ermöglichen sollte. Zum anderen haben wir uns personell verstärkt, um unsere Rolle als Finanzierungspartner der Südtiroler Unternehmen noch besser wahrnehmen zu können. Zwei Entscheidungen, die sich im Vorkrisenjahr als goldrichtig erweisen sollten“, erklärte GARFIDI-Präsidentin Barbara Jäger.



Trotz der gestiegenen Kostenstruktur sei es gelungen, einen Überschuss zu erwirtschaften. Der Gewinn laut Bilanz lag bei 71.523 Euro. Das bedeutet, dass GARFIDI seit dem Gründungsjahr 2013 stets ein positives Jahresergebnis einfahren konnte.

Ein Wermutstropfen bleibt

Die Garantiegenossenschaft erreichte 2019 in beinahe allen wesentlichen Geschäftsfeldern Zuwächse: „So stiegen die durch GARFIDI ermöglichten Finanzierungen auf einen neuen Höchststand von über 127 Millionen Euro (plus 13 Prozent). Dabei konnte das durchschnittliche Risiko auf knapp 30 Prozent gesenkt werden, da vermehrt die Rückversicherung des staatlichen Garantiefonds eingesetzt werden konnte“, erläuterte GARFIDI-Direktor Christoph Rainer.

Zudem habe sich das Dienstleistungsgeschäft positiv entwickelt, mithilfe dessen GARFIDI den Partnerbanken den Zugang zu den Garantien des staatlichen Garantiefonds ermöglicht und somit deren Risiken zusätzlich abdeckt. Erfreulich sei auch, dass sich die Zahlungen von Garantien um ein Drittel auf 300.000 Euro verringerten.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: „Die notleidenden Positionen sind auf 3,7 Millionen Euro angestiegen, was einem Bruttosatz von 5,8 Prozent entspricht.“ Wesentlich sei dabei zu erwähnen, dass GARFIDI aber weiterhin und stetig steigend solide aufgestellt bleibe. „Dazu werden die Risikofonds im Verhältnis zu den entsprechenden Verpflichtungen herangezogen, die weiterhin gut über dem Durchschnitt anderer Garantiegenossenschaften und über den allgemein gültigen Minima liegen.“

2600 Betriebe mit Anti-Krisen-Garantien versorgt

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden auch die aktuellen Entwicklungen im Covid-19-Jahr thematisiert. Dabei verwies GARFIDI-Vizepräsident Claudio Corrarati darauf, dass die Garantiegenossenschaft von Anfang an, die Bedürfnisse der Kleinst- und Kleinbetriebe im Fokus gehabt habe. „So wurden schon Anfang März Konzepte definiert, die dann weitestgehend und durch alle normativen Änderungen und schließlich mit der Unterstützung des Landes Südtirol für einige Entlastung bei den kleineren Betrieben sorgen konnten.

Bis heute wurden über 2600 Betriebe mit neuen Garantien der GARFIDI versorgt und Garantievolumina von über 100 Millionen Euro bewegt, die aber weitestgehend durch die staatliche Rückversicherung abgedeckt sind“, betonte Corrarati. „Wir konnten durch die Investitionen im letzten Jahr und die entsprechende Vorarbeit die Garantieleistungen bis 35.000 Euro effektiv innerhalb von 24 Stunden beantragen. Damit wurde auch dem Wunsch des Landeshauptmannes auf schnelle Hilfe für Kleinst- und Kleinbetriebe entsprochen. Bei den größeren Darlehen verläuft es dagegen noch immer eher schleppend. Trotzdem konnte GARFIDI schon über 100 Betrieben im Bereich zwischen 35.000 und 1,5 Millionen durch Garantien für das Südtirol Paket beistehen.“

Garfidi als „Best Practice“

Die Rolle als schneller Helfer in die Krise, machte GARFIDI italienweit zum nachahmenswerten Business Case. Bei der Fachveranstaltung „Confidifuturo“, an dem führende Vertreter der italienischen Banken- und Finanzbranche teilgenommen haben, erhielt die GARFIDI-Spitze die Möglichkeit, ihr Modell vorzustellen.

„Ohne die Digitalisierung von Prozessen und Abläufen, die wir bei uns implementiert haben, wäre es nicht möglich gewesen, tausende von Anträgen von Südtiroler Unternehmen zu bearbeiten. Digitalisierung bedeutet in diesem Fall ein Plus an Effizienz, das in Covid-19-Krisenzeiten ganz besonders ins Gewicht fällt“, so Corrarati abschließend.

Über GARFIDI

GARFIDI ist die Garantiegenossenschaft Im Netzwerk des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds), des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), des Wirtschaftsverbandes Handwerk und Dienstleistungen (lvh), der Südtiroler Handwerkervereinigung (SHV-CNA), der Confesercenti und des Verbandes der Freiberufler. Ziel von GARFIDI ist es als Partner der Südtiroler Klein- und Mittelbetriebe deren Zugang zu Krediten zu erleichtern sowie Kredite zu vorteilhafteren Bedingungen zu ermöglichen. GARFIDI hat über 3000 Mitgliedsbetriebe in Südtirol.

stol