<b>Von Florian Mair</b><BR /><BR />Weil der 3700 Gramm schwere und 49 Zentimeter lange Bub nicht auf die Sanitäter des Weißen Kreuzes und den Notarzt warten wollte, musste sein Vater, ein freiwilliger Rettungssanitäter, als Geburtshelfer einspringen und Mama Tamara (29) tatkräftig unterstützen.<BR /><BR />„Es ist alles sehr gut verlaufen: Mutter und Kind sind wohlauf“, betonte Florian Kofler (30) wenige Stunden nach der Geburt seines zweiten Kindes – 3 Tage vor dem errechneten Geburtstermin. <BR /><BR />„Für mich war die Geburt eine große Herausforderung. Ich habe als Sanitäter zwar schon einiges gesehen und erlebt, aber die eigene Frau zu unterstützen, das gemeinsame Kind ohne Arzt und Hebamme auf die Welt zu bringen, war nicht ohne. Da habe ich nur mehr funktioniert, damit alles gutgeht.“ Als Mutter und Kind im Rettungswagen des Weißen Kreuzes waren, habe er plötzlich weiche Knie bekommen und sei in Tränen ausgebrochen. <BR /><BR />Aber alles der Reihe nach: Am Samstag gegen 2.30 Uhr weckte Tamara Kofler ihren Mann Florian, weil die Fruchtblase geplatzt war. Sofort wurde alles organisiert, um schnellstmöglich von St. Felix in Richtung Meraner Krankenhaus zu fahren. Oma Gudrun Kofler kam sofort, um auf Milena (2) aufzupassen. Dann setzten bei Tamara Kofler auch schon die Wehen ein.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1027893_image" /></div> <BR /> „Als wir in St. Felix losgefahren sind, lag der Abstand zwischen den Wehen bei 4 Minuten“, erzählt Florian Kofler. „Über die Landesnotrufzentrale habe ich meine Kollegen vom Weißen Kreuz Lana und Meran samt Notarzt angefordert.“ Der Abstand zwischen den Wehen wurde immer kürzer: Er lag nur mehr bei maximal 2 Minuten. <BR /><BR />„Bei der Abzweigung nach Platzers sagte meine Frau, dass ich stehen bleiben solle, weil es losgehe“, sagt der Rettungssanitäter. „Tamara spürte bereits das Köpfchen von Nico.“ Florian Kofler trat aber aufs Gaspedal und fuhr noch bis zum Parkplatz beim Gasthaus „Bad Gfrill“. <h3> Aus dem Auto gesprungen</h3>Dort sprang der erfahrene Sanitäter aus seinem Auto, entfernte den Kindersitz von der Rückbank, breitete dort ein Handtuch aus und legte seine Frau darauf. „Dann habe ich schon die Haare meines Söhnchens gesehen“, berichtet er. „Nach 2 Wehen hielt ich Nico in meinen Händen: Nach der ersten Wehe hatte ich den Kopf in der Hand und nach der zweiten den Rest unseres Nico. Es war 3.27 Uhr.“ <BR /><BR />Und so wie es sich für einen Rettungssanitäter des Weißen Kreuzes gehört, überprüfte Florian Kofler sofort die Vitalfunktionen seines Sohnes, übergab Nico seiner Frau Tamara und sorgte für den Wärmeerhalt der beiden. „Dann ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, ich konnte richtig durchatmen“, sagt er. <BR /><BR />Nach und nach trafen dann das Weiße Kreuz Lana und Meran samt dem langjährigen Notarzt Dietmar Capello ein, für den es der letzte Nachtdienst vor der Pensionierung war. Die Helfer brachten die Mutter und das Neugeborene in das Meraner Krankenhaus. Dort gab es dann einen weiteren Höhepunkt: „Im Spital habe ich die Nabelschnur durchgeschnitten“, berichtet der stolze Vater.<BR />