Dienstag, 28. Juni 2016

Geburtshilfe: Schlechteste Karten für Sterzing

Das jahrelange Ringen um die Geburtenstation am Krankenhaus Sterzing ist so gut wie entschieden: Wie am Dienstag bekannt wurde, wird die Geburtshilfe aller Wahrscheinlichkeit nach geschlossen. Schlanders kann sich indessen wohl retten.

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Foto: © shutterstock

Am Dienstag besprach die Landesregierung Fakten und Daten zur Abdeckung der Dienste in den 7 Spitälern. „Die Meldungen, die bei unserer Suche nach Ärzten eingingen, sind nicht gerade berauschend“, meinte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker bereits vor der Sitzung zu den „Dolomiten“. Ganz besonders fehle es an Pädiatern, Gynäkologen und an Anästhesisten: Allesamt Fachleute, die besonders in den Geburtshilfen benötigt werden.

In Brixen gebe es „große Probleme“, in Bruneck sehe es „nicht glorreich aus“, Engpässe auch in Schlanders und Sterzing – mit einem kleinen Unterschied: Den Fortbestand der Geburtenstation Schlanders habe der Landeshauptmann bereits zugesagt. Die Distanz zum Meraner Krankenhaus sei einfach zu groß.

Sterzing hingegen liege nur 20 Autobahn-Kilometer von Brixen entfernt – und wenn selbst Brixen zu wenig Ärzte hat, wie solle man dann die Geburtshilfe in Sterzing aufrecht halten? Und so hielt der Dienstag keine guten Nachrichten für das Wipptal bereit: Die Geburtshilfe von Sterzing wird aller Voraussicht nach geschlossen.

Rom will definitive Lösung bis Ende Juli

Bis zum 29. Juli muss das Land Rom nachvollziehbar nachweisen, eine Lösung für die Geburtenstationen und die geforderten Qualitäts- und Sicherheitsstanders gefunden zu haben. Zu den Kriterien zählen unter anderem das Fachpersonal, dessen Anwesenheit bei einer Geburt notwendig ist, die Anzahl der Geburten pro Jahr sowie die Distanz zu einem größeren Krankenhaus.

In einer Studie wurden vor allem die Situationen in Schlanders und Sterzing verglichen: Die beiden Stationen erreichten im Jahr 2015 mit 357 beziehungsweise 460 Geburten (davon 153 Geburten aus dem Wipptal) das Limit von 500 Geburten im Jahr nicht. Aufgezeigt wurde die weiteste Entfernung, die Bewohner des Einzugsgebietes zurücklegen müssten, um das nächstgelegene Krankenhaus zu erreichen: Im Fall von Schlanders sind dies 83, im Wipptal 46 Kilometer.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa schreibt von lediglich „kleinen Chancen“, die Sterzing noch blieben. Nur die Geburtshilfen von Bozen, Meran, Schlanders und Bruneck könnten wohl nach dem 29. Juli noch bestehen.

stol

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