Samstag, 01. Mai 2021

Gedenken an Papst Johannes Paul II. in der katholischen Kirche

In der katholischen Kirche wird dieser Tage Papst Johannes Pauls II. (1978-2005) gedacht. Im Wesentlichen geht es um 2 Anlässe: Vor 10 Jahren – am 1. Mai 2011 – wurde der Vor-Vorgänger von Papst Franziskus offiziell als Seliger der Kirche anerkannt. Am 13. Mai 1981 wurde auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf den Heiligen Vater verübt. Der Papst aus Polen wurde damals von 2 Kugeln getroffen.

Insgesamt unternahm Papst Johannes Paul II. 104 Auslandsreisen in 129 Länder und legte dabei rund 1,2 Millionen Kilometer zurück.
Insgesamt unternahm Papst Johannes Paul II. 104 Auslandsreisen in 129 Länder und legte dabei rund 1,2 Millionen Kilometer zurück. - Foto: © N.N.
Täter war der türkische Nationalist Mehmet Ali Agca, so „Kathpress“.
Die Erhebung zur Ehre der Altäre am 1. Mai 2011 auf dem Petersplatz nahm der Nachfolger von „JPII“, Benedikt XVI., vor. 1,5 Millionen Pilger waren nach Rom gekommen, mehr als eine Milliarde sah die Feier im TV, berichtete das Nachrichtenportal „Vatican News“, das am Samstag einen Rückblick der „Vatikanistin“ Valentina Alazraki zu den Ereignissen im Jahr 2011 brachte. Diese Zahlen wurden auch von der Heiligsprechung am 27. April 2014 nicht übertroffen.

Der zweite Anlass des „JPII“-Gedenkens ist das vor 40 Jahren verübte Attentat auf den Heiligen Vater, bei dem dieser von 2 Kugeln getroffen wurde, aber überlebte. Das Drama spielte sich am 13. Mai 1981 auf dem Römer Petersplatz ab. Eine Kugel, mit welcher der Papst aus Polen niedergestreckt wurde, befindet sich seit 1982 in der Krone der Marienstatue von Fatima in Portugal. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte seine Rettung der Muttergottes von Fatima zugeschrieben.

Johannes Paul II., der schon als Krakauer Erzbischof (1964-78) Pilgergruppen nach Fatima geführt hatte, wird in Portugal wegen seiner Fatima-Verehrung und der von ihm durchgeführten Seligsprechung der Fatima-Seherkinder Francisco und Jacinta Marto im Jahr 2000 (Heiligsprechung durch Papst Franziskus im Jahr 2017) in besonderer Weise verehrt. Zu Christi Himmelfahrt am 13. Mai wird von der Portugiesischen Bischofskonferenz in Fatima eine Bitt- und Dankwallfahrt abgehalten, die u.a. im Zeichen des Gebets um ein Ende der Pandemie, des Seligsprechungsjubiläums und des Attentats-Gedenkens stehen soll. Das Heiligtum in Fatima war wegen der Corona-Pandemie fast ein Jahr lang geschlossen und öffnete erst im März wieder für Pilger.

Ein ungelöstes Rätsel der Kriminalgeschichte

Was das Attentat von 1981 betrifft, so gehört es seit 40 Jahren zu den ungelösten Rätseln der Kriminalgeschichte. Verübt worden war es vom türkischen Nationalisten Mehmet Ali Agca. Die Spekulationen über eine Beteiligung des Kreml sind seitdem nie abgerissen. Agca schoss aus vermeintlich todsicherer Distanz 3 Mal. Der damals 23-jährige Agca wurde noch in der Nähe des Tatorts gefasst, verurteilt, nach 17-jähriger Haft in Italien 2000 an die Türkei ausgeliefert und 2010 freigelassen. Er lebt jetzt in der Stadt Malatya.

Insgesamt unternahm Papst Johannes Paul II. 104 Auslandsreisen in 129 Länder und legte dabei rund 1,2 Millionen Kilometer zurück. Der Heilige Vater redete linken und rechten Diktatoren – etwa Chiles Pinochet – ins Gewissen und trug maßgeblich zum Fall der Mauer und des Sowjetregimes bei.

apa