Donnerstag, 05. August 2021

Gefährlich hohe Pegelstände – Staatsstraße bei Blumau gesperrt

Die starken Regenfälle in der Nacht auf Donnerstag haben die Pegelstände zahlreicher Flüsse und Bäche Südtirols bedrohlich ansteigen lassen. Es wird davor gewarnt sich in ihrer Nähe aufzuhalten. Zahlreiche Feuerwehren stehen landesweit im Einsatz. Die Staatsstraße bei Blumau musste nach einem Murenabgang gesperrt werden. Auch die Brennerbahnlinie wurde unterbrochen.

Die Regenfälle der letzten Tage und insbesondere der letzten Nacht haben den Pegelstand der Etsch gefährlich anschwellen lassen. Im Bild eine Deichkontrolle aufgrund des hohen Pegels der Etsch bei Tramin. - Foto: © FFW Tramin
Wie bereits angekündigt, zog in der Nacht auf Donnerstag eine Unwetterfront mit Starkregen über Südtirol. Die Pegel zahlreicher Flüsse und Bäche stiegen in der Folge gefährlich hoch an.

An mehreren Flussabschnitten wurde die Warnstufe überschritten. Sorge bereitet besonders der Eisack, dessen Pegel in Brixen um 4:30 Uhr bereits bei 4,20 Meter und damit nur 19 Zentimeter unter dem Pegel des Hochwassers vom 30. August 2020 lag. Die Pegelmessstellen wurden von den Freiwilligen Feuerwehren besetzt, Schutzwände werden aufgebaut.

In Klausen trat der Eisack in den frühen Morgenstunden über die Ufer – der Zivilschutzalarm wurde ausgelöst. Die Feuerwehr ruft die Bürger von Klausen auf, Autos aus den Tiefgaragen zu entfernen.

Die Warnstufe wurde auch an der Rienz im Unterpustertal (Pegel Vintl 3,10 Meter) und der Ahr in Taufers (Pegel St. Georgen 3,13 Meter) überschritten. Auch die Talfer und der Eisack in Bozen nähern sich der Warnstufe. Im Unterland führt die Etsch Hochwasser.

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Im Osten des Landes wird der Pegelstand des Eisacks noch weiter ansteigen, da die Rienz durch die starken Niederschläge, die erst vor kurzem aufgehört haben, sehr viel Wasser führt. Auch mit einer leichten Erhöhung des Pegelstandes der Etsch im Unterland sei gegen 10 Uhr zu rechnen. Die Dämme weisen bis jetzt keine Schwachstellen auf.

Das Lagezentrum bei der Berufsfeuerwehr in der Agentur für Bevölkerungsschutz ist eingerichtet. Auch die Hochwasserzentrale des Bereichs Wildbachverbauung wurde noch in der Nacht besetzt, wie Direktor Fabio De Polo berichtet. Die Lage wird angespannt bleiben, auch nach dem Durchgang der Hochwasserspitze gegen Mittag, erklärt der Direktor des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen Roberto Dinale, daher ist auch noch am Nachmittag im Unterland Vorsicht geboten.


Die Wasserrettungsmannschaft der Berufsfeuerwehr Bozen wurde um kurz von 4.30 Uhr zu einer Personenrettung beim Zusammenfluss zwischen Talfer und Eisack gerufen. Eine Person, ohne festen Wohnsitz, welche auf einer Insel übernachtete, wurde über Nacht durch das Hochwasser überrascht und konnte nicht mehr das Festland erreichen.

Mittels Raftingboot gelang es den Rettern, die Person in Sicherheit zu bringen. Sie wurde mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.
Vor Ort im Einsatz standen auch die Polizei, das Rote Kreuz, die Taucher der Freiwilligen Feuerwehren und die Südtiroler Wasserrettung.



Überschwemmungen und Murenabgänge– Staatsstraße bei Blumau gesperrt

Im ganzen Land rückten die Feuerwehren in der Nacht auf Donnerstag zu zahlreichen Einsätzen aus, um überflutete Keller und Garagen auszupumpen. Mehrere Straßen sind wegen Steinschlägen und Murenabgängen gesperrt. Landesweit sind derzeit an die 60 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1000 Einsatzkräften im Einsatz.



Die Brennerstaatsstraße südlich von Blumau wurde gegen 3 Uhr von einer Mure verlegt und musste gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über die Brennerautobahn. Auch die Brennerbahnlinie ist aufgrund der Mure aktuell unterbrochen. Die Freiwilligen Feuerwehren von Kardaun/Karneid und Steinegg sind mit der Straßenräumung beschäftigt.

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Zwischen St. Peter im Tal und Pontives gibt es aktuell eine Einbahnregelung und zeitweilige Sperren bis zu 10 Minuten wegen der Errichtung einer Stützmauer.

Zwischen Sterzing und Gossensaß bei Oberried gibt es eine Einbahnregelung und zeitweilige Sperren bis zu 30 Minuten wegen dem Wiederaufbau einer Brücke. Ausweichen kann man über die Brennerautobahn.

Die freiwillige Feuerwehr Mühlwald wurde gegen 2 Uhr wegen eines Murenabgangs im Gruberbach in der Nähe des Gasteigerhofes allarmiert. Mehrere Brücken wurden weggespült. Im Laufe der Nacht konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Die Straße Richtung Mühlen und Lappach wurde gesperrt.


Die Feuerwehren rufen die Bürger dazu auf, sich weder Bächen noch Flüssen zu nähern und überflutete Straßen, Tiefgaragen und Unterführungen zu meiden, weil sich in diesen sehr schnell Wasser sammeln kann. Die Bevölkerung ist aufgerufen, aufmerksam zu sein und auf nicht unbedingt notwendige Fahrten mit dem Auto zu verzichten.

pho

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