Wie am gestrigen Dienstag berichtet, sind in Frankreich mindestens acht Krebsfälle bei Patientinnen aufgetreten, die defekte Brustimplantate aus Silikon der Firma PIP eingesetzt bekommen hatten.Laut der Zeitung „Liberation“ habe die südfranzösische Firma PIP seit 2001 die die fehlerhaften Implantate hergestellt. Seit dem Jahr 2010 existiert das Unternehmen nicht mehr.PIP hatte 80 Prozent ihrer Prothesen ins Ausland exportiert.Implantate auch in Italien benutztAuch nach Italien gingen die Silikongel-gefüllten Brustimplantate.Schätzungen zufolge sollen etwa zehn bis 15 Prozent der in Frankreich produzierten Implantate in den Stiefelstaat verkauft worden sein. Es dürfte etwa 4000 bis 5000 Implantationen gegeben haben.Der italienische Gesundheitsminister Renato Balduzzi ist in Alarmbereitschaft. Er will die Angelegenheit eiligst prüfen lassen. Billiges Silikon benutztLaut den französischen Behörden sei bereits vor einem Jahr vor dem Produkt des Herstellers PIP gewarnt worden. Angeblich sollen die Implantate nicht mit dem vorgesehenen Silikongel gefüllt worden sein.Stattdessen soll ein etwa zehnmal billigeres, für die Industrie gedachtes Silikon verwendet worden sein. Vor möglichen Rissen des Implantats und Entzündungen wird gewarnt.Die Firma PIP soll sich durch den Schwindel im Jahr rund eine Million Euro erspart haben.ba/afp