Mehrere Studien zeigen, dass die Impfung auch gegen die aus Indien bekannte Mutation sehr gut wirkt, es gibt allerdings auch gefährliche Lücken. <BR /><BR /><BR />Das größte Problem mit der Delta-Variante haben jene, die <b>noch nicht geimpft</b> sind. Nach Einschätzung des deutschen Robert Koch-Instituts ist diese Mutation ansteckender als die anderen bislang bekannten Corona-Varianten. Laborversuche deuten darauf hin, dass sich diese veränderten Viren im Körper stärker vermehren als die bisher bekannten Stämme. Erhöht ist auch das Risiko, dass Infizierte im Krankenhaus behandelt werden müssen. <BR /><BR />Die Symptome des Delta-Virus unterscheiden sich teilweise von den bereits bekannten Coronavirus-Varianten: Betroffene klagen über Kopfschmerzen, eine laufende Nase sowie eine raue Kehle. Auch Fieber ist ein häufig aufgetretenes Symptom der Mutation. Neben diesen „Erkältungssymptomen“ von Covid-19 besteht nach Angaben indischer Ärzte ein gefährliches Risiko zur Taubheit: Blutgerinnsel und Durchblutungsstörungen können Hörverlust auslösen.<BR /><BR />Neben den Nicht-Geimpften dürfte die Delta-Mutation auch für jene riskant werden, die erst <b>eine Impfung gegen Corona</b> erhalten haben. Eine Studie des Fachblattes „Nature“ liefert Hinweise darauf, dass die nach einer Einzeldosis (!) von Biontech/Pifzer und Astrazeneca gebildeten Antikörper kaum in der Lage sind, diese Mutante zu binden und sie unschädlich zu machen. Das berichten Forscher um Olivier Schwartz vom Institut Pasteur in Paris. Eine effiziente Reaktion gegen Delta hätten beide Vakzine erst nach der zweiten Dosis hervorgerufen. <BR />Auch Antikörper in Blutproben von <b>ungeimpften Genesenen</b> sind laut der Studie weniger gut in der Lage, an Delta zu binden. <BR /><BR />Ergebnisse aus derartigen Laborexperimenten können freilihc nicht unmittelbar auf den Impfschutz in der Praxis übertragen werden. Das Autorenteam schreibt, die untersuchten Spiegel sogenannter neutralisierender Antikörper würden jedoch als starker Hinweis auf den Immunschutz gegen symptomatische Corona-Infektionen gelten. Das menschliche Immunsystem wehrt sich nicht nur mit Antikörpern gegen Krankheitserreger, es gibt auch noch eine zelluläre Immunität.<BR /><BR />Als Bollwerk gegen die zuerst in Indien entdeckte Variante dient also nur die <b>vollständige Impfung</b>. <BR /><BR />Diese ist beim Präparat von <b>Johnson&Johnson</b> bereits mit einer einzigen Dosis gegeben. Wie die Hersteller in einer Stellungnahme am 1. Juli versichern, gehe der Impfschutz gegen die Delta-Variante im Vergleich zu ursprünglichen Corona-Virus nur leicht zurück. Auch 8 Monate nach der Verabreichung halte die Schutzwirkung noch an. <BR /><BR />Eine Studie der Universität Oxford kommt zum Ergebnis, dass der Impfstoff <b>AstraZeneca</b> die neue Virus-Variante gut in den Griff bekommt – allerdings erst nach der zweiten Impfung. Eine noch höhere Wirksamkeit werde mit einer dritten Impfung erzielt, die wenigstens 6 Monate nach der zweiten Dosis erfolgen könne. <BR /><BR />Auch die Hersteller von <b>Moderna</b> verweisen auf Laboruntersuchungen und bekräftigen, dass es „viel versprechende Daten“ zum Impfschutz gegen die neuen Mutanten gebe. Die nach der Impfung gebildeten Antikörper könnten allen bisher bekannten Virus-Varianten Paroli bieten, die Schutzwirkung gegen die Delta-Mutante sei nur unwesentlich geringer. <BR /><BR />Für den Impfstoff von <b>BioNTech/Pfizer</b> gibt es eine Erklärung aus Israel, wo dieses Präparat in großem Umfang eingesetzt wurde. Wie der medizinische Direktor von Pfizer Israel, Alon Rappaport, erklärt, sorge der Impfschutz dafür, dass eine Krankheit „in 90 Prozent der Fälle“ vermieden werde. <BR /><BR /><b>Eine Studie aus England</b><BR /><BR />Nicht ganz so euphorisch wie die Angaben der Hersteller, sind die Daten der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England. Laut einer Studie der PHE wirken alle derzeit eingesetzten Impfungen auch gegen die Delta-Variante des Corona-Virus, allerdings nicht im gleichen Maße wie gegen die anderen Mutanten. Bei vollständigem Impfschutz soll die Impfung von Biontech/Pfizer normalerweise zu 93 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung schützen, gegen die Delta-Variante schützt sie nur zu etwa 88 Prozent. AstraZeneca wiederum schützt ohnehin nur zu 66 Prozent gegen eine Viruserkrankung, gegen die Delta-Mutante sogar nur zu 60 Prozent. <BR />Aber: Schwere Verläufe werden offenbar in allen Fällen durch Impfungen weiterhin gut verhindert.<BR /><BR />Dass Erkrankungen trotz Impfung wahrscheinlicher werden, liegt daran, dass die Antikörper, die das Virus im Körper bekämpfen, gegen die Delta-Variante nicht so gut wirken, wie gegen den Ursprungsvirus und die bisherigen Mutationen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />