Für die Landesverwaltung ist das mehr als ein Detail. Der Zweisprachigkeitsnachweis gilt als Schlüssel für eine unbefristete Anstellung im öffentlichen Dienst – und er kann seit 2010 auch mit internationalen Zertifikaten ersetzt werden. Genau hier scheint sich ein Markt für Fälschungen entwickelt zu haben.<BR /><BR />Die Dienststelle hat bereits 22 ausgestellte Nachweise zurückgezogen und drei weitere Anträge abgelehnt. Betroffene Personen und – im Falle von öffentlichen Bediensteten – deren Arbeitgeber wurden informiert. Sämtliche Fälle landeten bei der Staatsanwaltschaft.<BR /><BR />Die Überprüfung der Unterlagen brachte ein systematisches Vorgehen ans Licht: In Zusammenarbeit mit ausländischen Prüfungsstellen, vor allem in Deutschland, bestätigten sich 21 Fälschungen. Ein weiterer Fall wurde durch Selbstanzeige aufgedeckt.<BR /><BR />Die Folgen sind gravierend. Laut Personalordnung des Landes droht eine sofortige Entlassung, wenn jemand durch gefälschte Unterlagen eingestellt wurde. Für die Verwaltung steht nicht nur die Integrität einzelner Bewerbungen auf dem Spiel, sondern das Vertrauen in das gesamte Südtiroler Sprachenmodell.<BR /><BR />Die Behörden reagieren mit verschärften Kontrollen. Neue Anträge sollen künftig noch intensiver auf ihre Echtheit geprüft werden. Ziel ist es, weitere Manipulationen frühzeitig zu stoppen – bevor Bewerberinnen und Bewerber unrechtmäßig von der Schlüsselqualifikation profitieren.