Landesgeologe Volkmar Mair erklärt diese Vorkommnisse mit der Feuchtigkeit in diesem Jahr. Wasser ist nämlich ein Katalysator und Beschleuniger für viele physikalische und chemische Prozesse. „Es ist ein Auf und Ab. Wir hatten jetzt 2 trockene Jahre, in denen relativ wenig passiert ist. Sobald es feuchter wird, passiert wieder mehr.“ Im Talboden gebe es weitaus weniger Temperaturschwankungen als im Hochgebirge. „Von 1500 bis 2500 Höhenmetern hat man einen Mix zwischen Vegetation, Frost-Tauwechsel und Feuchtigkeit. Ab 2500 Höhenmetern trägt vieles zur Zermürbung der Gesteine bei, von der Schmelze von Permafrost über Frost-Tauwechsel bis zu extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht“, erklärt der Landesgeologe. <BR /><BR />Zudem beobachte man, dass manche Bereiche viel aktiver seien als noch vor 5 oder 10 Jahren. Die Gletscher schmelzen, die Steine bleiben. Das hänge natürlich auch mit dem Klimawandel zusammen, erläutert Volkmar Mair.<h3>Vorsichtsmaßnahmen</h3>Hierzulande gibt es Überwachungssysteme, bei großen Rutschungen und bei bekannten Steinschlaggebieten. „Wir setzen auch einige Monitore ein“, erklärt Mair. Ständige Überwachungen seien aber technisch und auch finanziell nicht möglich. Der Mensch müsse sich auch anpassen und vor allem im Hochgebirge vorsichtiger sein. „Ab 2500 Höhenmetern wird es tückisch. Der Frost-Tau-Wechsel ist sehr aktiv, die Ausschmelzung von Permafrost deutlich spürbar“, erklärt Mair. Bei Wanderungen im Hochgebirge und bei Klettertouren müsse man aufpassen. Das bedeutet: Sich gut überlegen, welche Wander- oder Kletterroute man wählt, auf frische Steinschläge achten und einen respektvollen Abstand zu Steilwänden halten, so Mair. <BR /><BR />Wie sollte man sich aber als Wanderer verhalten, wenn plötzlich Steine runterdonnern? Landesgeologe Mair rät dazu, nicht in Panik zu geraten. „Man sollte nicht blind in irgendeine Richtung rennen, sondern schauen, aus welcher Richtung etwas herunterkommt und dann die andere Richtung einschlagen.“ Außerdem solle man sich nicht mit alten Routenbeschreibungen befassen, sondern sich aktuell über Touren informieren, eventuell auch beim Hüttenwirt. <BR /><BR />Inwieweit dieses Naturphänomen in Zukunft zunehmen wird, kann der Landesgeologe nicht sagen. „Da fehlen uns die Statistiken.“