Es war nur eine Frage der Zeit. In Salzburg tauchte die gelbfüßige Asiatische Hornisse bereits vor zwei Jahren auf, Nester wurden heuer zunächst in Vorarlberg gefunden. Jetzt ist sie erstmals auch im Bundesland Tirol nachgewiesen worden, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Ein Imker entdeckte kürzlich im Gemeindegebiet von Kössen ein Exemplar der invasiven Art. Diese stellt vor allem für die Biodiversität eine Gefahr dar, weil sie heimische Insekten jagt und frisst – dazu gehören auch Bienen, was Imker beunruhigen dürfte.<BR /><BR /><BR />Wie das Tier in den Ort gelangte und ob ganz in der Nähe ein ganzes Hornissen-Volk lebt, steht bisher nicht fest. Wie das Bundesland Tirol am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte, seien Expertinnen und Experten derzeit auf der Suche nach einem Nest. Um sie dabei zu unterstützen, werde die Bevölkerung gebeten, allfällige Sichtungen sowie Verdachtsmomente zu melden – etwa direkt beim Bundesland Tirol oder der Kommune.<h3> Jede gemeldete Sichtung kann dazu beitragen, Nester frühzeitig zu entdecken</h3>Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes<BR />„Jede gemeldete Sichtung kann dazu beitragen, Nester frühzeitig zu entdecken und eine weitere Ausbreitung einzudämmen“, sagt Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes Tirol. „Wer das Tier oder ein Nest aus sicherer Entfernung fotografieren kann, soll das Foto gemeinsam mit dem genauen Fundort sowie Datum und Uhrzeit der Beobachtung übermitteln.“<BR /><BR />Solche Informationen würden die eindeutige Bestimmung erleichtern und helfen, Verwechslungen mit heimischen Hornissen oder anderen Wespenarten auszuschließen, erklärt Tschöll.<BR /><BR />Laut Angaben der Behörden lässt sich die Asiatische Hornisse vor allem anhand ihrer Färbung von der hierzulande lebenden Art unterscheiden. Während letztere einen rotbraunen Kopf sowie einen rotbraun-schwarzen Brustbereich besäßen, seien diese Körperpartien bei der Asiatischen Hornisse überwiegend schwarz. Ihr Hinterleib sei größtenteils schwarz und weist lediglich ein breites orangefarbenes Band auf. Ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal seien die schwarzen Beine mit auffallend gelben Spitzen.<h3> Frisst elf Kilo Insekten pro Saison</h3>Die Asiatische Hornisse zählt zu den sogenannten „sozialen Faltenwespen“ und stellt vor allem für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernstzunehmende Gefahr dar. Die Nester sind birnenförmig, besitzen einen seitlichen Eingang und können einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen.<BR /><BR />Eine im Herbst begattete Königin gründet im Frühjahr ein neues Volk. Im Spätsommer und Frühherbst umfasst ein Volk bis zu 2000 Tiere. In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere hundert Honigbienen erbeuten – insgesamt bis zu elf Kilogramm Insekten pro Saison.