Wir haben uns bei den Bürgermeistern der noch ausstehenden Gemeinden umgehört.<BR /><BR />Erdrutsche, Überschwemmungen und Steinschläge: Der vergangene Sommer hat gezeigt, wie sehr der Klimawandel Naturgefahren im Land verschärft. Um eine sichere Grundlage für die Raumplanung zu haben, ist es seit 2007 für alle Südtiroler Gemeinden Pflicht, einen sogenannten Gefahrenzonenplan zu erstellen. Darin werden Risiken für Naturgefahren erfasst und besonders gefährdete Gebiete gekennzeichnet. „Dies bedeutet erhebliche bürokratische Erleichterungen“, ist Landesrat Peter Brunner überzeugt. Anstatt punktuell Risiken zu erheben, liegt ein umfassender Plan vor, auf den alle zugreifen können.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1382127_image" /></div> <BR /><BR />Doch knapp 20 Jahre nach dessen Einführung sind noch immer einige Gemeinden säumig. Bei 110 von insgesamt 116 Gemeinden hat das Land den Gefahrenplan genehmigt – jüngst ist Olang hinzugekommen. Nun fehlen noch sechs: Ritten, Corvara, Enneberg, Laurein, Villnöß und Stilfs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1382130_image" /></div> <BR /><BR />Eine Frist gibt es zwar keine, doch innerhalb 2027 sollen alle übrigen Verfahren abgewickelt werden, so Brunner. Wie er berichtet, habe man auch die Pläne der Gemeinden, die bereits vor Jahren genehmigt wurden, laufend angepasst. Etwa, indem man neue Schutzbauten errichtet oder Gefahrenstufen nachträglich anders bewertete. Schließlich haben sich im Laufe der Jahre Umweltfaktoren verändert und der Klimawandel zugespitzt. „Nun befinden wir uns aber endgültig auf der Zielgeraden“, sagt der Landesrat.<BR /><BR />In der Gemeinde Laurein ist das Ziel 2027 auf jeden Fall in greifbarer Nähe. Laut Bürgermeister Hartmann Thaler habe man den Plan im Gemeinderat bereits vor eineinhalb Monaten durchgewunken. „Nun liegt der Ball beim Land“, sagt Thaler. <BR /><BR />Auch in Villnöß wird das Dokument dem Gemeinderat in Kürze zur Genehmigung vorgelegt, wie Bürgermeister Peter Pernthaler auf Anfrage mitteilt. „Danach schicken wir den Entwurf nach Bozen.“ Ihm zufolge habe man den Plan für Villnöß mehrmals abändern müssen und auch Neubewertungen durchgeführt. „Wir haben uns einige Zonen genauer angeschaut, um auf Nummer sicher zu gehen“, so Pernthaler. Auch der Rekurs eines Anwohners hat die Planung verzögert.<BR /><BR />„Der Ritten ist ein sehr weitläufiges Gebiet mit vielfältigen geologischen Verhältnissen. Den Gefahrenplan zu erstellen, ist im Falle unserer Gemeinde also eine Riesenaufgabe“, sagt indes die Rittner Bürgermeisterin Julia Fulterer. Zudem war man auf dem Ritten gezwungen, während der Erhebungen die Techniker zu wechseln. Dies habe die Planungen zurückgeworfen. Ziel ist es, die Gefahrenzonen bis Sommer 2027 festzustellen.