Montag, 02. Dezember 2019

Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Idlib

Bei schweren Kämpfen in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens sind von Samstag bis Montag nach Angaben von Aktivisten und Rettern mehr als 100 Menschen getötet worden, darunter 10 Zivilisten.

Gewalttätigste Kämpfe seit Ende August.
Gewalttätigste Kämpfe seit Ende August. - Foto: © APA (AFP) / OMAR HAJ KADOUR

Truppen der syrischen Regierung von Präsident Bashar al-Assad hätten sich in Idlib über das Wochenende schwere Gefechte mit Rebellen geliefert, so die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“.

Die Truppen hätten dabei Unterstützung von russischen und syrischen Kampfflugzeugen und mit Artillerie erhalten. Syrische und russische Jets hätten unter anderem einen Markt in Sarakib östlich von Idlib sowie den Ort Marat al-Numan angegriffen. Nach Angaben der Rettungsorganisation Weißhelme wurden dabei mindestens 10 Zivilisten getötet. 18 weitere Zivilisten seien verletzt worden, darunter 2 Kinder, sagte der Weißhelme-Sprecher für Idlib der Deutschen Presse-Agentur nach den Angriffen am Montag.

Syrische Regierungstruppen hatten Ende April eine Offensive gegen die letzte große Rebellenhochburg in Idlib und der benachbarten Provinz Hama begonnen. In den vergangenen Monaten hatte die Regierung dabei strategisch wichtige Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Beherrscht wird das Rebellengebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS). Syrien und dessen Verbündeter Russland argumentieren, mit den Angriffen Terroristen zu bekämpfen. Tausende Menschen ergriffen im Zuge der Kämpfe die Flucht.

Die Zahl der Todesopfer über das Wochenende sei die höchste seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im August, teilten die Aktivisten der Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Beobachtungsstelle sprach von Hunderten Luftangriffen seit Freitag.

Seit Beginn der Offensive im April seien mehr als 4.600 Menschen getötet worden, darunter mehr als 1.200 Zivilisten. Erneut seien durch die Gefechte und Luftangriffe nun Anrainer vertrieben worden, die in Richtung der syrisch-türkischen Grenze geflüchtet seien.

apa