Nicht die Politik, sondern der Gemeindesekretär hätte das Übernachtungsverbot anordnen müssen, mit dem die Gemeinde Wolkenstein den Wildcampern zu Leibe rücken wollte – ein erheblicher Teil der Verordnung wie das Verbot des Aufstellens von Tischen, Stühlen, Markisen blieb aufrecht. „Trotzdem herrscht in den Rathäusern jetzt Unsicherheit“, sagt Gemeinden- Präsident Dominik Oberstaller.<h3> Verband versendet Rundschreiben</h3>Der Verband wird heute deshalb ein Rundschreiben versenden. Zentrale Botschaft: „Unsere vor wenigen Wochen vorgelegte Musterverordnung kann mit gutem Gewissen genehmigt werden. Die allermeisten Gemeinden haben das Thema jetzt im Frühling auf ihrer Tagesordnung“, so Oberstaller. Allerdings sei die formale Abwicklung penibel einzuhalten. Der Gemeinderat beschließe. „Wer dann für die Ausstellung der Anordnung zuständig ist, steht in der Gemeindesatzung. In den meisten Fällen ist es der Bürgermeister, in einigen der Gemeindesekretär“, meint Oberstaller. Rechtssicherheit will man auch schaffen, indem man den Gemeinden Argumente zum Begründen ihres Vorgehens liefert, die einer gerichtlichen Prüfung standhalten. Diese reichen vom Müllproblem über Hygiene bis hin zur Verkehrssicherheit. Die Musterverordnung umfasst Verbote von Biwakieren bis Parken am Straßenrand. Ein generelles Nacht-Parkverbot sieht sie aber nicht vor. Beiwerk wie Stiege, Markise darf nicht ausgefahren werden. „Trotzdem darf laut Straßenverkehrsordnung jeder im Auto schlafen“, so Oberstaller.<h3> Kampf gegen Wildcamper geht weiter</h3>„Das ist uns bewusst“, sagt der Kalterer Bürgermeister Christoph Pillon. Trotzdem will er ein Nacht-Parkverbot am südlichen Kalterersee und bei Altenburg anordnen. Verbotsschilder würden die meisten Wildcamper davon abhalten, dann dort ihr Vehikel abzustellen.<BR />„Ein teilweises Nacht-Parkverbot wie etwa von 1 bis 5 Uhr ist auf Basis der Musterverordnung möglich“, meint die Vizepräsidentin des Gemeindenverbandes, Cristina Pallanch. Der Gemeinderat von Kastelruth hat die Verordnung genehmigt. Die Anordnung steht noch aus. Zielsetzung sei, das Wildcampen über Tage hinweg mittels Parkscheiben zu unterbinden. Allerdings sei dabei gut aufzupassen. Manche Kastelruther Parkplätze werden auch von Einheimischen stark genutzt, um ihr Fahrzeug über Nacht abzustellen. „Und die wollen wir natürlich nicht treffen“, so Pallanch. Auch Wolkenstein will seinen Kampf gegen die Wildcamper fortsetzen.