Im Schnitt 1167 junge Menschen, die Südtirol pro Jahr verlassen, um sich im Ausland niederzulassen. So das Ergebnis einer Studie der „Fondazione Nord Est“ im Auftrag des Unternehmerverbands Südtirol <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/unattraktives-suedtirol-5-junge-fachkraefte-wandern-ab-nur-einer-zieht-zu" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(mehr dazu lesen Sie hier)</a>. Doch längst nicht alle jungen Südtiroler verschlägt es ins Ausland.<BR /><BR />Anders als viele in seinem Alter hat sich Andreas Augschöll, alias „mou_südtirol“, dazu entschieden, in Südtirol zu bleiben. Mit seinen Dorffest-Umfragen, Parodien und Challenges begeistert der Influencer auf Instagram fast 13.000 Follower. <BR /><BR /> Im Interview erklärt Mou uns, was Südtirol für ihn so lebenswert macht und wie es für junge Menschen noch attraktiver werden könnte.<BR /><BR /><BR /><b>Hast du bereits im Ausland gewohnt, oder könntest du dir vorstellen, in Zukunft die Heimat zu verlassen?<BR /></b>Mou: Nein. Bisher habe ich immer nur in Südtirol gelebt und kann mir auch in Zukunft nicht vorstellen, ins Ausland zu übersiedeln.<BR /><BR /><b>Was hält dich hier in Südtirol?<BR /></b>Mou: Vor Kurzem war ich zum Beispiel in Argentinien im Urlaub. Dort ist mir einmal mehr klar geworden, wie privilegiert wir in Südtirol leben. Besonders durch Reisen in andere Länder habe ich verstanden, wie lebenswert es hier ist.<BR /><BR /><b>Wie ist deine aktuelle Wohnsituation?<BR /></b>Mou: Momentan lebe ich noch bei meinen Eltern in Klausen. In Zukunft möchte ich allerdings ausziehen und komplett auf eigenen Beinen stehen.<BR /><BR /><b>Was macht Südtirol für dich lebenswert?<BR /></b>Mou: Die Mischung macht's. Südtirol hat unglaublich viel Potential – die Kultur, die starke Wirtschaft, die wir hier im Land genießen und nicht zuletzt die Natur. Ganz gleich, ob ich den nächsten Gipfel erklimmen oder einfach nur einen Runde auf dem Rad drehen möchte – hier in Südtirol ist alles in Reichweite; das sieht man auch an den vielen deutschen Touristen (lacht).<BR /><BR /><b>Was begeistert dich an der heimischen Kultur besonders?<BR /></b>Mou: Kulinarisch hat Südtirol mit Wein, Bier, Speck und vielem mehr einiges zu bieten. Aber auch unsere Dorffeste beispielsweise zeugen von einem besonderen Zusammenhalt, den ich hier immer wieder erlebe. Und natürlich auch die vielen anderen Traditionen.<BR /><BR /><b>Häufig treiben wirtschaftliche Gründe, wie höhere Gehälter oder mehr Jobangebote, zur Abwanderung. Du hingegen sagst, dass es dir in Südtirol diesbezüglich an nichts fehlt?<BR /></b>Mou: Ich arbeite hauptberuflich als selbstständiger Filmemacher und Südtirol strotzt nur so vor schönen Kulissen. Daher kann ich mich nicht beschweren. Das Influencer-Sein ist mein Nebenjob – mein Traum wäre es allerdings, es zu meinem Hauptberuf zu machen. An dieser Stelle möchte ich allerdings anmerken, dass die Gehälter in Österreich oder Deutschland natürlich höher ausfallen als hier im Land.<BR /><BR /><b>Wo siehst du Verbesserungsbedarf, um Südtirol für junge Menschen attraktiver zu machen?<BR /></b>Mou: Verbesserung ist natürlich immer möglich. Aber ich denke schon, dass die Wohnsituation dabei eine wichtige Rolle spielt: Das Mietangebot ist begrenzt, die Preise hoch und ein Neubau oder ein Eigenheim zu erwerben, für die allermeisten mittlerweile unerschwinglich. Gepaart mit den höheren Gehältern anderorts, kann ich das schon nachvollziehen, wenn es junge Menschen ins Ausland verschlägt. Auch, was Veranstaltungen für junge Menschen anbelangt, sehe ich noch viel unausgeschöpftes Potential, um das Land für junge Menschen attraktiver zu gestalten.