Montag, 05. Juli 2021

Gegen den Wolf: Demo in Innsbruck

Der Wolf hat im Bundesland Tirol keinen Platz, die Politik muss endlich handeln: Das war der Tenor der Bauern, die am Samstag Vormittag demonstrierend durch die Innenstadt von Innsbruck zogen.

Zwischen 2000 und 3000 Bauern zogen am Samstag über die Maria-Theresien-Straße in Innsbruck, um auf die Wolfsproblematik aufmerksam zu machen und eine Lösung einzufordern.
Zwischen 2000 und 3000 Bauern zogen am Samstag über die Maria-Theresien-Straße in Innsbruck, um auf die Wolfsproblematik aufmerksam zu machen und eine Lösung einzufordern. - Foto: © Zeitungsfoto.at
Laut Veranstaltern waren 3000 Teilnehmer dabei, die Polizei zählte 2200, die am Samstag dem Aufruf des Bauernbundes gefolgt waren und lautstark ihre Meinung zur Wolfsdebatte kundtaten.

Hobby-Alminger oder Vollbetriebs-Landwirt, Senior oder Jungbäuerin – aus allen Bezirken kamen Standesvertreter zum Landhausplatz, auch aus Bayern und Südtirol waren sie angereist – das „Problem Wolf“ verlange nach einer länderübergreifenden Lösung, betonten die Redner laut „Tiroler Tageszeitung“.

Von Emotionen getragene Schilderungen von Schafsrissen sowie deren Folgen „für alle Tiroler Bauernfamilien, deren Betriebe von Generationen über Jahrzehnte aufgebaut wurden“, gab es genügend. „Es sind Leute, die von Tierhaltung selber keine Ahnung haben, die uns nun Ratschläge geben“, knurrte Landesbäuerin Helga Brunschmid Richtung Landhaus und Tierschutzorganisationen.

Mit dem von Schwarz-Grün vorgeschlagenen Wolfsmanagementplan, der per Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag behandelt werden soll (wir berichteten), zeigten sich viele unzufrieden. Michael Bacher, Obmann des Tiroler Schafzuchtverbands, befand, eine „artgerechte Haltung“ könne nicht stattfinden, „wenn überall nur noch eingezäunt werden muss“, und schlussfolgerte: „Eine Koexistenz von Beutegreifern und Alm- bzw. Weidewirtschaft ist nicht möglich.“

Damit forderte er Bauernbundobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler auf, „zurück an den Verhandlungstisch“ zu kehren, der Antrag sei „zu wenig ausreichend und kurzsichtig“. Gerügt wurden in den Ansprachen auch Tourismusvertreter und Jägerschaft wegen ihres „fehlenden Engagements“. Sie sollten „lauter sein“ und Position in der Debatte beziehen.

Dass der Wolf EU-weit einen hohen Schutzstatus besitzt, hielt Bezirksbauernobmann Elmar Monz nicht davon ab, einmal mehr Möglichkeiten zu fordern, Wölfe „schnell und unbürokratisch“ entnehmen zu können. Herdenschutz sei aufgrund des Arbeitsaufwandes und aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht umsetzbar.

dol