Donnerstag, 25. November 2021

Gegen Gewalt an Frauen: „Besetzter Platz“ im Landtag

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November begangen wird, erinnert der Südtiroler Landtag an die Frauen, die durch Gewalt zu Tode gekommen sind, indem er sich an der Sensibilisierungskampagne „Besetzter Platz“ beteiligt: bis zum 10. Dezember wird ein leerer Stuhl, der mit roten weiblichen Accessoires geschmückt ist, zu sehen sein.

„Besetzter Platz“ vor dem Landtag.
Badge Local
„Besetzter Platz“ vor dem Landtag. - Foto: © Landtag/Werth
Ein Stuhl mit rotem Tuch und Frauenaccessoirs wird am Eingang des Landtags aufgestellt: Es ist der „besetzte Platz“ einer der viel zu vielen Frauen, die Opfer von Femizid wurden, ein Zeichen, mit dem sich der Landtag an den Sensibilisierungsinitiativen anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen beteiligen will, der am 25. November, begangen wird. Der leere Stuhl wird zwei Wochen lang dort stehen, bis zum 10. Dezember, dem Welttag der Menschenrechte.

„Mit der Kampagne 'Besetzter Platz' wollen wir auf die leeren Sitze - in der Schule, am Arbeitsplatz, im Bus, im Theater - aufmerksam machen, auf denen eine Frau saß, die von einem Partner, einem Ehemann, einem Familienmitglied getötet wurde, das ihre freien Entscheidungen nicht akzeptieren konnte„, sagt Landtagspräsidentin Rita Mattei. Die Frage der Gewalt gegen Frauen, so die Präsidentin, wird im Mittelpunkt der Landtagssitzung in der kommenden Woche stehen: „Auf der Tagesordnung steht die Diskussion über das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und zur Unterstützung von Frauen und ihren Kindern: Bei der Behandlung dieses Gesetzes werden wir über dieses dramatische Problem diskutieren, und ich hoffe, dass seine Verabschiedung den Frauen in Gewaltsituationen konkrete Unterstützung bringen wird“.

Erschreckende Zahlen

In Italien wurden seit Jahresbeginn 109 Frauen getötet, 93 von ihnen im Familienkreis und 63 durch ihre Partner oder Ex-Partner (Daten des Innenministeriums): das sind etwa 7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn jeden Tag werden 9 Frauen Opfer von geschlechtsspezifischen Straftaten (Daten der Quästuren). Auch Südtirol ist von diesem Phänomen nicht ausgenommen: 2020 wurden laut ASTAT 579 Frauen von den fünf Frauenhäusern und den vier Kontaktstellen für Gewaltopfer betreut.

„Es ist wichtig, dass Frauen in Gewaltsituationen wissen, wohin sie sich wenden können“, erklärt Mattei.

Die Kontaktdaten der 5 Südtiroler Frauenhausdienste und der Kontaktstellen gegen Gewalt sollen Gewaltopfern eine konkrete Hilfe anbieten und sie darüber informieren, dass es Begleitung und Unterstützung in dieser schwierigen Lebenssituation gibt.

Folgende Grüne Nummern sind rund um die Uhr erreichbar:

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Bozen: 800 276 433

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Meran: 800 014 008

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Frauenhaus in Brixen: 800 601 330

Telefonische Erreichbarkeit zu festen Zeiten:

Geschützte Wohnungen in Bozen: 800 892 828 (von Mo bis Fr von 8.00 bis 12.30 Uhr und von Mo bis Do von 13.30 bis 17.00 Uhr)

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und Geschützte Wohnungen in Bruneck: 800 310 303 (Mo bis Fr von 8.30 bis 12.00 Uhr)

stol