Montag, 01. März 2021

Gegen Hass und Hetze im Netz

Beleidigende Hassbotschaften in den sozialen Medien, die gegen Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft gerichtet sind, haben während der Corona-Pandemie stark zugenommen. „Die sozialen Medien sollen Platz für konstruktive Kritik, freie Meinungsäußerung und Diskussion bieten, unqualifizierte, beleidigende Äußerungen, die eine strafrechtliche Grenze überschritten haben, müssen jedoch ausnahmslos angezeigt und geahndet werden“, fordert nun der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Josef Tschöll.

Hass ist keine Meinung. Extreme Hasskommentare sollten nicht einfach gelöscht, sondern zur Anzeige gebracht werden - nur so könne dem Hass in den sozialen Medien im Interesse aller Nutzerinnen und Nutzern auch Einhalt geboten werden, sagt Josef Tschöll.
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Hass ist keine Meinung. Extreme Hasskommentare sollten nicht einfach gelöscht, sondern zur Anzeige gebracht werden - nur so könne dem Hass in den sozialen Medien im Interesse aller Nutzerinnen und Nutzern auch Einhalt geboten werden, sagt Josef Tschöll. - Foto: © shutterstock
„In der aktuellen schwierigen gesellschaftlichen, wirtschaftlich und sozialen Situation müssen Politikerinnen und Politiker viele Entscheidungen mit großen Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft treffen und es werden verschiedenste Lösungsansätze angedacht. Diese Entscheidungen und Vorschläge werden in den Medien dann ausführlich diskutiert und auf den Prüfstand gestellt. Sachliche Kritik und freie Meinungsäußerung sind extrem wichtig für das Funktionieren unsere Demokratie. Leider werden insbesondere die sozialen Medien auch in Südtirol immer wieder von einigen Unverbesserlichen missbraucht, welche das Netz als rechtsfreien Raum erachten und ihrem Hass und ihrem Frust freien Lauf lassen“, stellt Tschöll fest.

„Es geht nicht an, dass wie zuletzt immer häufiger der Landeshauptmann, Mitglieder der Südtiroler Landesregierung und weitere Mandatarinnen und Mandatare auf wüste Weise beschimpft und beleidigt werden - sehr oft mit Äußerungen die eindeutig die Grenze des Erlaubten überschritten haben und strafrechtlich zu ahnden sind“, so Tschöll.


Kommentare nicht einfach löschen, sondern zur Anzeige bringen

„Wir sprechen den politischen Entscheidungsträgern, die in der aktuellen Krise nach bestem Wissen und Gewissen handeln und entscheiden, unsere volle Solidarität aus und appellieren, dass sich die Menschen geschlossen gegen Hasstiraden im Netz stellen! Es braucht gerade jetzt eine Mäßigung des Tons und einen respektvollen Umgang und Dialog miteinander“, bekräftigt Tschöll.

All jene, die von wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen betroffen sind, ruft Tschöll auf, die Hasskommentare nicht einfach zu löschen oder wegzustecken, sondern diese zur Anzeige zu bringen - nur so könne dem Hass in den sozialen Medien im Interesse aller Nutzerinnen und Nutzern auch Einhalt geboten werden. Der respektvolle, faire Umgang miteinander müsse auch für die sozialen Netzwerke gelten, so Tschöll.

Landeshauptmann: Hass ist keine Meinung


Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher steht – wie erwähnt – unter starkem Beschuss. Der Kommentar „Figg di zomp deiner ganzn Zigeinerpartei“ ist dabei noch einer der harmloseren. Unter folgendem Foto mit dem Schriftzug „Hass ist keine Meinung“ und einigen Beispielen an Hasskommentaren, die an ihn gerichtet waren, schrieb er:




„Ist der Hass in sozialen Netzwerken noch in Schach zu halten? Das werde ich aktuell oft gefragt. Viele Menschen in Südtirol halten die Auseinandersetzung mit Hatern für Zeitverschwendung und haben Facebook & Co. aus der Timeline ihres Lebens gelöscht. Ich möchte auf diese Informationskanäle vorerst nicht verzichten. Auch deshalb ist es mir wichtig zu unterstreichen, dass Hass keine Meinung ist. Vor allen Dingen darf der Hass in den sozialen Netzwerken aber nicht unser tägliches Leben vergiften. Die aktuelle Pandemie stellt uns auch so schon vor enorme Herausforderungen. Vieles, was wir bisher für sicher hielten, steht aktuell auf dem Spiel und die Angst vor einer schwierigen Zukunft geht um. Gegenseitigen Respekt, Optimismus und Zusammenhalt zu wahren, mag für viele schwierig sein, aber genau darin liegt der Schlüssel zur Überwindung der aktuellen Krise.

Auch SVP-Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner wurde erst kürzlich wieder Opfer von wüsten Hasskommentaren, nachdem sie eine Stellungnahme zum „Grünen Pass“ ins Netz gestellt hat. Sie zeigte sich mehr als enttäuscht über die Diskussionskultur im Internet.

Gleich wie Grünen-Politikerin Brigitte Foppa, die im vergangenen Jahr in einem anonymen Brief übelst beleidigt wurde.

„Unsere ganze Solidarität gilt der Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und den Frauen in der Politik, die mit Mut und Engagement ihren Weg gehen und sich von den Anfeindungen gegen sie nicht abschrecken“, betonte damals die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer.

stol/vs