<h3> Konsultationen für Überarbeitung der Vorschriften </h3> Die Vorschriften für das Tierwohl in der EU werden den aktuellen gesellschaftlichen und ethischen Ansprüchen nicht mehr gerecht, heißt es in einer Aussendung der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). Im Zuge der Überarbeitung der Rechtsvorschriften führt die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation durch. Die Verbraucherzentrale ruft die Bürger und Bürgerinnen zur Teilnahme auf.<BR /><h3> Studie: Wenige Verbraucher zufrieden mit Haltungspraktiken </h3> Wo kommen das Fleisch und die Eier her? Wie wurde das Tier gehalten? Verbrauchern und Verbraucherinnen sind Tierwohl und eine tiergerechte Haltung wichtig. Auch in Südtirol: im Rahmen einer Umfrage der Verbraucherzentrale Südtirol und der Freien Universität Bozen von 2015 gaben 79 Prozent der Befragten an, dass die Öffentlichkeit den Themen Tierschutz und Tierwohl zu wenig Aufmerksamkeit schenke. Nur wenige Verbraucher und Verbraucherinnen gaben damals an, mit den üblichen Haltungspraktiken zufrieden zu sein.<BR /><h3> Mitgliedstaaten können EU-Mindeststandards anheben </h3> Tierwohl schließt das Freisein von Hunger, Durst und Fehlernährung, das Freisein von Unbehagen, das Freisein von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten, das Freisein von Angst und Leiden und nicht zuletzt das Freisein zum Ausleben normaler Verhaltensweisen ein (Quelle: FAWC). In der EU existieren Mindeststandards für den Tierschutz, die einzelnen Mitgliedsstaaten können diese anheben. <h3> Millionen von männlichen Küken geschreddert </h3> Umwelt- und Tierschutzorganisationen stufen die derzeitigen Standards und die durchgeführten Kontrollen jedoch als nicht ausreichend ein. Denn noch immer fristen viele Legehennen ihr Leben in Käfigen und werden Millionen von männlichen Küken nach dem Schlüpfen geschreddert. Männliche Kälber aus der Milchkuhhaltung landen nicht selten in Spanien oder im Nahen Osten – nach strapaziösen Transporten, teilweise ohne ausreichende Versorgung und unter Nichteinhaltung der zulässigen Transportdauer. Verhaltensstörungen, Krankheiten und Schmerzen sind der Verbraucherschutzorganisation foodwatch zufolge bei landwirtschaftlichen Nutztieren an der Tagesordnung.<BR /><h3> Bis zum 12. Dezember an Online-Befragung teilnehmen </h3> Bis zum 12. Dezember 2025 können Bürger und Bürgerinnen, die zur Änderung dieser Missstände beitragen möchten, an einer Online-Befragung auf EU-Ebene teilnehmen. Die Anmeldung ist über das eigene facebook- oder Google-Konto oder über einen EU-Login mittels E-Mail-Adresse und Passwort möglich. Der Online-Fragebogen steht in deutscher Sprache (und vielen weiteren Sprachen) zur Verfügung ( <a href="https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/14671-On-farm-animal-welfare-for-certain-animals-modernisation-of-EU-legislation/public-consultation_de" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht es zum Fragebogen</a>). <BR />Er thematisiert die aktuelle Situation des Tierschutzes in der EU, die Abschaffung der Käfighaltung sowie die systematische Tötung männlicher Eintagsküken in der Eierproduktion. Zudem gibt es die Möglichkeit, Gesetzesänderungen selbst vorzuschlagen.<BR /><h3> „Gute Angelegenheit, um Stimme für mehr Tierwohl zu erheben“</h3> „Viele Bürger und Bürgerinnen denken vielleicht, sie seien zu wenig informiert, um an der Befragung teilzunehmen. Doch man muss keine Rechtsexpertin sein, um bessere Tierschutzstandards zu fordern“, räumt Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, mögliche Bedenken aus. „Die österreichische Tierschutzorganisation Vier Pfoten stellt eine sehr hilfreiche Anleitung für die Beantwortung der Fragen zur Verfügung, an dieser können sich alle Interessierten orientieren.“ „Das ist eine gute Gelegenheit, um die Stimme für mehr Tierwohl zu erheben“ ergänzt VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer. „Wer eine Änderung wünscht, tut gut daran, diese Möglichkeit zu nutzen“.