Freitag, 27. November 2020

Geheimdienst: Nordkoreanische Hacker wollen an Impfdaten in Südkorea

Nordkoreanische Hacker habe nach Geheimdienstangaben versucht, an Daten von Entwicklern von Corona-Impfstoffen in Südkorea heranzukommen. Die Attacken hätten jedoch abgewehrt werden können, teilten südkoreanische Abgeordnete am Freitag mit, die vom staatlichen Nachrichtendienst NIS über die Hackeraktivitäten unterrichtet wurden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un traf laut NIS zuletzt „irrationale Maßnahmen“ wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un traf laut NIS zuletzt „irrationale Maßnahmen“ wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie. - Foto: © APA (AFP) / ED JONES
Der NIS habe nicht mitgeteilt, welche Unternehmen das Ziel gewesen seien, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap das Mitglied des Geheimdienstausschusses, Ha Tae Keung. Mitte November hatte bereits das Softwareunternehmen Microsoft berichtet, russische und nordkoreanische Hacker hätten Cyberattacken gegen Impfstoffhersteller in einer Reihe von Ländern begonnen, darunter Frankreich, Südkorea und die USA. Die meisten Attacken seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un traf laut NIS zuletzt „irrationale Maßnahmen“ wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes nähmen immer mehr zu. Das abgeschottete Nachbarland habe sogar den Fischfang blockiert und die Salzproduktion aus der Angst ausgesetzt, das Meerwasser könnte mit Coronaviren kontaminiert sein. Nordkorea ist eines der wenigen Länder weltweit, die bisher keine Corona-Infektionen gemeldet haben. Um eine Einschleppung des Erregers zu verhindern, hatte das Land frühzeitig die Grenzen dichtgemacht.

Zudem berichtete NIS, Nordkoreas Führung habe im Oktober einen „Geldwechsler“ hinrichten lassen, der im heimischen Devisenmarkt eine maßgebliche Rolle gespielt habe. Ihm wurde demnach die Schuld für plötzliche Wechselkursschwankungen gegeben. Im August sei außerdem ein Funktionär wegen des Vorwurfs hingerichtet worden, gegen Vorschriften verstoßen zu haben, die den Warenimport beschränkten. Für die Angaben gab es aus Nordkorea keine Bestätigung.

dpa