Mittwoch, 20. Januar 2021

Unerlaubte Jobs im Ausland: Arzt muss 140.000 Euro Schadensersatz zahlen

Ein Arzt, der im Südtiroler Sanitätsbetrieb angestellt war, muss 140.000 Euro Schadensersatz an die öffentliche Hand zurückzahlen. Grund dafür: Er arbeitete nicht nur für das Bozner Krankenhaus, sondern hatte unerlaubt auch Arbeitsverträge im Ausland.

Der Arzt wurde zu Schadensersatz verurteilt.
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Der Arzt wurde zu Schadensersatz verurteilt. - Foto: © Shutterstock
Die Finanzpolizei Bozen hat unter der Leitung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof dem Arzt einen Schaden zulasten der öffentlichen Hand in Höhe von 140.000 Euro vorgeworfen.

Die Finanzpolizei konnte nachweisen, dass der Arzt während seines Wartestands im Zeitraum von 2010 bis 2015, den er wegen familiärer Gründe beantragt und genehmigt bekommen hatte , in anderen Gesundheitseinrichtungen in Frankreich und der Schweiz gearbeitet hatte, ohne dafür von seinem Arbeitgeber in Südtirol eine Genehmigung gehabt zu haben. Ohne Rücksprache mit dem Arbeitgeber sind im Wartestand nämlich nur wissenschaftliche Tätigkeiten oder die Teilnahme an Konferenzen erlaubt, nicht aber die eigentliche Tätigkeit als Arzt.

Der Fall kam Ende Oktober 2017 ans Licht, als der Arzt an einem Wettbewerb für eine Primar-Stelle des Bozner Sanitätsbetriebes teilnahm und dafür sein Curriculum präsentierte, in dem er auch über seine Arbeitserfahrung im Ausland während des Wartestandes berichtete.

So erfuhr die Gesundheitsbehörde, dass ihr Mitarbeiter
gegen die Verpflichtung verstoßen hat, keine ärztliche Tätigkeit während des 5 Jahre dauernden Wartestands, bei dem ihm die Stelle in Bozen freigehalten wurde, auszuüben. Weil der Arzt also das Prinzip der Ausschließlichkeit verletzt hatte – wie für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes vorgesehen – zeigte der Sanitätsbetrieb ihn beim Rechnungshof an.

Der Rechnungshof Bozen verurteilte den Arzt nun zu der Entschädigungszahlung an die Autonome Provinz Bozen, zusätzlich muss er auch die Gerichtskosten tragen.


stol