Montag, 27. Mai 2019

„Gehen gegen den Wolf auf die Straße“

Um auf die prekäre Situation der Weidetierhalter aufmerksam zu machen, wird es am Samstag, 8. Juni, eine Protestkundgebung in Sterzing geben. Organisiert wird der Protest auf der Straße vom Südtiroler Bauernbund und den örtlichen SBB-Ortsgruppen.

Organisiert wird der Protest gegen den Wolf vom Südtiroler Bauernbund und den örtlichen SBB-Ortsgruppen.
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Organisiert wird der Protest gegen den Wolf vom Südtiroler Bauernbund und den örtlichen SBB-Ortsgruppen. - Foto: © shutterstock

Nicht erst seit den letzten Schafrissen in Mauls ist bei den Weidetierhaltern die Angst vor dem Wolf groß. (STOL hat berichtet) Viele Bäuerinnen und Bauern denken ernsthaft darüber nach, ihre Tiere nicht mehr auf die Almen zu bringen. Dadurch sei die traditionelle Berglandwirtschaft in Gefahr, und damit die einmalige Almlandschaft Südtirols. „Und das alles nur wegen des Raubtieres“, so der Bauernbund in einer Aussendung. 

Doch so schnell werden die Bauern das Feld nicht dem Wolf überlassen. Am Samstag, 8. Juni, werden sie in Sterzing auf die Straße gehen und gegen den Wolf protestieren. „Wir werden nochmals unsere Forderung unterstreichen, dass wir ein Wolfsmanagement brauchen, das auch eine Regulierung des Bestands und die Entnahmen von Problemwölfen vorsieht, wie es auch in anderen europäischen Ländern der Fall ist. Der Wolf ist kein vom Aussterben bedrohtes Tier mehr“, sagt Leo Tiefenthaler, der Obmann des Südtiroler Bauernbundes, der die Protestkundgebung organisiert. Ziel müsse daher ein wolffreies Südtirol sein.

Herdenschutzmaßnahmen kaum umsetzbar

Die Forderungen nach Herdenschutzmaßnahmen seien zwar schön und gut, sie wären in Südtirol aber kaum umsetzbar. „Die Kosten und der Zeitaufwand sind sehr hoch, zudem funktioniert er in vielen Gegenden nicht wirklich. Auch muss klar gesagt werden, dass sich unser Land durch die Kleinstrukturiertheit der Betriebe und die Beschaffenheit der Almen sowie des Geländes nicht dazu eignet. Weiters sind Herdenschutzhunde in einem Land mit vielen Freizeitsportlern sehr problematisch.“

Am Samstag, 8. Juni, jedenfalls werden die Weidetierhalter ihren Unmut auf die Straße bringen. Erwartet werden Bäuerinnen und Bauern aus dem ganzen Land sowie aus den benachbarten Regionen. „Wir werden ein klares Zeichen setzen, dass der Wolf und die traditionelle Almwirtschaft nicht vereinbar sind“, so Tiefenthaler.

stol

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