Hier Auszüge des Gespräches (siehe auch untenstehendes Video):Freitag, 21:49 Ortszeit:Hafenaufsicht (HA): „Concordia, ist alles ok?“Francesco Schettino: „Positiv. Wir haben nur eine kleine technische Störung.“(Anmerkung der Zeitung „La Repubblica“: Wenig später, nachdem ein Passagier mit der Polizei gesprochen hat, kontaktiert die Hafenaufsicht wieder das Schiff.)(...)Schettino: „Wir haben nur ein technisches Problem. Sobald wir es gelöst haben, werden wir Sie kontaktieren.“HA: „Wie viele Menschen sind an Bord?“Schettino: „Zwei-, dreihundert. Ich gehe zurück zur Brücke, um nachzuschauen.“Samstag, 00:42 OrtszeitHA: „Wie viele Menschen müssen (das Schiff) verlassen?“Schettino: „Ich habe den Eigentümer des Schiffes kontaktiert. Er sagt, dass etwa 40 Menschen vermisst werden.“HA: „Wie kann es sein, dass es nur so wenige Menschen sind? Sind Sie an Bord?“Schettino: „Nein, ich bin nicht an Bord, weil das Schiff untergeht, wir haben es verlassen.“HA: „Was meinen Sie, Sie haben das Schiff verlassen?“Schettino: „Nein, nicht verlassen – ich bin hier und koordiniere die Rettungsaktion.“(...)Samstag, 01:46 Ortszeit(Nach Angaben des „Corriere della Sera“ spricht Gregorio Maria de Falco vom Hafenamt in Livorno mit dem Kapitän.)(...)Schettino: „Ich bin Kapitän Schettino, Kommandeur.“HA: „Hören Sie zu, Schettino. Es stecken Menschen an Bord fest. Sie begeben sich jetzt mit Ihrem Rettungsboot auf die rechte Unterseite des Schiffsbuges. Da ist eine Leiter und Sie besteigen das Schiff. Gehen Sie zurück an Bord (...). Sagen Sie mir, wie viele Menschen an Bord sind. Ist das klar? Ich zeichne dieses Gespräch auf, Kapitän Schettino.“Schettino: (schweigt)(...)Schettino: „Kommandeur, in diesem Moment hat das Schiff sich zur Seite geneigt.“HA: „Ich habe verstanden. Hören Sie mir zu: Da sind Menschen, die die Leiter am Schiffsbug herunterklettern. Sie müssen diese Leiter in umgekehrter Richtung nehmen und hochsteigen. Gehen Sie an Bord und sagen Sie mir, wie viele Menschen an Bord sind, ist das klar? Sie sagen mit, ob Frauen, Kinder und Hilfsbedürftige dort sind, und wie viele von jeder dieser Gruppen. Ist Ihnen das klar? Sehen Sie Schettino, Sie haben sich vielleicht aus dem Meer gerettet – aber ich werde Ihnen richtig Unannehmlichkeiten bereiten. Gehen Sie an Bord, verdammt noch mal!“Schettino: „Kommandeur, ich bitte Sie...“HA: „Kein bitte, gehen Sie jetzt an Bord. Versichern Sie mir, dass Sie an Bord gehen."Schettino: „Ich bin hier unten, ich gehe nirgendwo hin."HA: „Was machen Sie, Kapitän?"Schettino: „Ich koordiniere die Hilfe"HA: „Was koordinieren Sie da? Gehen Sie an Bord und koordinieren Sie die Rettungsaktion von dort. Weigern Sie sich? “Schettino: „Nein, nein, ich weigere mich nicht.“(...)HA: „Sie gehen an Bord, das ist ein Befehl! Sie müssen keine weiteren Abwägungen machen. Sie haben die Evakuierung des Schiffes angeordnet. Jetzt habe ich das Kommando. Sie gehen zurück an Bord, ist das klar?"Schettino: „Kommandeur...“HA: „Hören Sie mich nicht?"Schettino: „Ich gehe an Bord...“HA: „Gut. Rufen Sie mich vom Schiff aus an"(...)HA: „Los, es gibt schon Leichen, Schettino, los!"Schettino: „Wie viele?“HA: „Ich weiß es nicht, von einer habe ich gehört. Es ist Ihr Job, mir zu sagen, wie viele es sind, in Gottes Namen!“Schettino: „Kommandeur, aber verstehen Sie doch, dass es hier dunkel ist und man nichts erkennen kann!“HA: „Was wollen Sie tun, nach Hause gehen? Es ist dunkel und Sie wollen nach Hause gehen? Kehren Sie zurück an Bord und sagen Sie mir, was getan werden kann, wie viele Menschen da sind und was sie brauchen. Jetzt!“(...)Schettino: „Ok, ich gehe.“