Wie häufig kommt es zu solchen Fällen <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/achtung-geisterfahrer-auf-der-brennerautobahn-unterwegs" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wie jenem vom Donnerstag (STOL hat berichtet)?</a> Und was steckt wirklich dahinter? Katia Grenga, Kommandantin der Straßenpolizei in Südtirol, die seit fast 30 Jahren im Dienst ist, gibt Einblicke in ein oft missverstandenes Problem. <BR /><BR />„In meinen 3 Jahrzehnten bei der Straßenpolizei hatte ich nur sehr wenige echte Fälle von Geisterfahrern“, sagt Kommandantin Grenga. Solche Vorfälle, so betont sie, seien äußerst selten. Und: In der Regel seien sie nicht das Ergebnis eines Fehlers.<BR /><BR />„Die A22 ist durch bauliche Maßnahmen und klare Beschilderung so gestaltet, dass es nahezu unmöglich ist, versehentlich falsch auf die Autobahn aufzufahren“, sagt sie: Die Straßenführung, die getrennten Fahrbahnen und die deutliche Beschilderung ließen keinen Zweifel. „Wer auf der Brennerautobahn gegen die Fahrtrichtung unterwegs ist, tut dies nicht versehentlich.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-67588670_quote" /><BR /><BR />Dennoch: Ein Restrisiko bleibt, dass jemand sich beim Einfahren in der Richtung irrt. Mögliche Einstiegsstellen für Geisterfahrer – etwa Ausfahrten aus Raststätten oder Auffahrten – gebe es. <BR /><BR />Wer sich beim Einfahren verirre, der stoße auf seinem Weg zum Geisterfahrer schließlich an eine weitere Hürde: die Dichte des Verkehrs und die hohe Anzahl von Lkw. „Aufmerksame Lkw-Fahrer verhindern bereits im Ansatz, dass ein Fahrzeug falsch auffährt“, berichtet Grenga. Diese Fahrer seien eine wichtige Unterstützung für die Sicherheit auf der Autobahn.<BR /><BR />Eine Gefahrenquelle freilich immer: Baustellen. Auch aktuell wird auf der A22 gebaut – zum Leidwesen von Pendlern, die häufig im Stop-and-go-Tempo unterwegs sind. „Arbeiten müssen sein“, erklärt Grenga. Das sei notwendig für die langfristige Sicherheit. Und auch wenn das Passieren von Baustellen potenziell riskanter sei, seien diese Zonen klar beschildert – mit Tempolimits und Hinweistafeln, die Sicherheit geben sollen.<h3> Alarmismus mit Absicht: „Polizei ablenken“</h3>Die Kommandantin weist auf ein anderes Phänomen hin: Viele Geisterfahrer-Meldungen erweisen sich als unbegründet oder beruhen auf Missverständnissen. Oft würden diese Meldungen nicht einmal direkt bei der Polizei, sondern bei Medien oder der Autobahngesellschaft eingehen. Dies führe zu unnötigem Alarmismus und lenke die Einsatzkräfte von tatsächlichen Aufgaben ab. „Wenn jemand ein Auto in falscher Richtung sieht, muss es der erste Schritt sein, die Notrufnummer 112 zu wählen und die Polizei zu informieren“, betont sie.<BR /><BR />Zudem äußert sie den Verdacht, dass manche dieser Meldungen absichtlich erzeugt werden, um die Aufmerksamkeit der Polizei von anderen Einsätzen abzulenken. „Das dürfen wir nicht unterschätzen“, erklärt sie.<h3> Verkehrssicherheit bleibt oberstes Gebot: Im Notfall 112 wählen</h3>Dennoch sieht die Kommandantin auch eine Chance in der medialen Aufmerksamkeit: „Solche Meldungen sollten die Fahrer sensibilisieren. Jeder sollte auf der Autobahn aufmerksam und konzentriert sein. Wer abgelenkt ist – sei es durch das Handy, das Navigationsgerät oder das Radio – gefährdet sich und andere.“ <BR /><BR />Was wirklich zählt, sei die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen, resümiert die Kommandantin. „Und die beginnt bereits bei der Wahl des richtigen Weges – sowohl im Straßenverkehr als auch in der Kommunikation.“<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/video/media/das-video-vom-geisterfahrer-lkw" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier sehen Sie ein Video aus dem Jahr 2021, als ein Lkw zwischen Rovereto und Trient als Geisterfahrer unterwegs war. </a>