Samstag, 06. März 2021

„Gelbe Hoffnung“: Südtiroler Weltläden unterstützen Frauen in Afghanistan

Vom 8. März bis Ende April verkaufen die Südtiroler Weltläden afghanischen Safran, der in der Stadt Herat von den Frauen des Projektes „Gelbe Hoffnung“ der gemeinnützigen Costa Family Foundation angebaut wird.

Dank des Safranverkaufs haben die Frauen ein Einkommen, mit dem sie ihre Familien ernähren können.
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Dank des Safranverkaufs haben die Frauen ein Einkommen, mit dem sie ihre Familien ernähren können. - Foto: © Costa Family Foundation
Das Projekt „Gelbe Hoffnung“ wurde bereits 2017 von der gemeinnützigen Costa Family Foundation aus Corvara in Zusammenarbeit mit der Associazione Insieme si può aus Belluno und den Frauen von RAWA - Revolutionary Association of the Women of Afghanistan initiiert. Dieses Pilotprojekt in Sachen Women Empowerment unterstützt Frauen beim Anbau von Safran in einem Land, in dem es einer Verurteilung gleichkommt, als Frau geboren zu werden.




„Unsere Stiftung steht den afghanischen Frauen zur Seite, dem leidtragendsten Teil der Gesellschaft eines Landes, das seit Jahrzehnten in einem Zustand ständiger Gewalt lebt. Ein scheinbar endloses Drama in einer unhaltbaren Situation, die wir auch dank Ihrer Unterstützung unserer Initiativen ein wenig tragbarer gestalten möchten“, bringt Michil Costa, Gründer der Costa Family Foundation, die Bedeutung des Projekts auf den Punkt.

„Oberstes Ziel der Südtiroler Weltläden ist nicht Profit“

„Die wenigsten afghanischen Frauen haben ein eigenes Einkommen, fast keine von ihnen arbeitet außerhalb des Hauses oder kann Entscheidungen ohne ein männliches Familienmitglied treffen“. So zitiert Reporterin Barbara Bachmann, die das Projekt 2019 im Auftrag der Costa Family Foundation besucht hat, Heela, eine der RAWA-Frauen vor Ort. Das Büchlein mit Barbara Bachmanns Reportage erhalten alle Kunden als Geschenk, die den Safran in den Weltläden kaufen.




„Es ist wichtig, einem Produkt einen Kontext zu geben, seine Geschichte zu kennen, zu verstehen, woher es kommt, wer es anbaut, wer es erntet. Oberstes Ziel der Südtiroler Weltläden ist nicht der Profit. Wir sind ein Netzwerk, das auf ehrenamtlicher Arbeit basiert und dessen Hauptziel es ist, das Bewusstsein für fairen Handel zu schärfen, die Verbindung zwischen Produzenten und Käufer wiederherzustellen und den Menschen und den Produkten wieder einen Wert zu geben“, sagt Brigitte Gritsch, Koordinatorin der Weltläden in Südtirol.

„Die Costa Family Foundation hat sich für das Empowerment von Frauen in Entwicklungsländern entschieden, weil Frauen Multiplikatorinnen von wirtschaftlicher, sozialer und menschlicher Bedeutung sind, weil Gleichberechtigung nur aus gegenseitiger Solidarität entstehen kann, die alle – Frauen und Männer Seite an Seite – miteinbezieht, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: die Rechte des Individuums“, so Elide Mussner, Projektleiterin der Stiftung.




Die intensivgelben Safranfäden, die in den Weltläden verkauft werden, sollen Hoffnung schenken und ein Symbol des Vertrauens in die gegenseitige Solidarität sein.


Die Covid-19-Situation in Afghanistan


Während der ersten Covid-Pandemie im Jahr 2020 gehörte Afghanistan, das an den Iran grenzt, zu den an den stärksten betroffenen Ländern, insbesondere auch die Stadt Herat, in der sich das Projekt befindet. Das Safranfeld lag monatelang verlassen da. Erst im Herbst konnten die 12 Frauen trotz der prekären politischen und sanitären Verhältnisse auf den Acker zurückkehren, ihn bewässern, die Knospen zum Blühen bringen und im Jahr 2020 5,300 Gramm Safranfäden ernten.




Ein Lichtblick in einem Land, in dem Frauenarbeit verleugnet und verhindert wird


Afghanistan ist ein Land im Krieg, in dem Frauenrechte aufgrund eines tief verwurzelten kulturellen Konservatismus und religiösen Extremismus verweigert werden, was weiterhin fast täglich zu bewaffneten Zusammenstößen und zahlreichen zivilen Todesfällen führt.

In diesem Zusammenhang steht das Projekt „Gelbe Hoffnung“ als eine Art Lichtblick, der für die 12 Frauen mit Familien, die auf dem Safranfeld arbeiten, neue wirtschaftliche und soziale Perspektiven schafft, in einem Land, in dem Frauenarbeit kulturell verleugnet und verhindert wird. Dank des Safranverkaufs haben die Frauen ein Einkommen, mit dem sie ihre Familien ernähren und ihren größten Traum verwirklichen können: eine Ausbildung für ihre Kinder.





Von 2017 bis heute hat die Costa Family Foundation das Projekt mit 55.000 Euro unterstützt. Neben dem Safrananbau absolvieren die begünstigten Frauen auch einen Alphabetisierungskurs.

stol