Morgen befindet das Bozner Verwaltungsgericht über die Grödner Verordnung.<BR /><BR />Der Frühling hat begonnen, die Campingsaison steht in den Startlöchern. Schon bald werden wieder zahlreiche Urlauber mit dem Wohnmobil nach Südtirol anreisen – darunter auch jene, die sich nicht an geltende Regeln halten und auf Parkplätzen oder entlang der Straße campieren, statt auf dem Campingplatz einzuchecken. <BR /><BR />Wie berichtet, klagen viele Gemeinden über untragbare Zustände: Immer mehr Camper stellen ihre Fahrzeuge dort ab, wo es ihnen passt, und verhalten sich, als würden sie sich auf einem offiziellen Campingplatz befinden. Tische und Stühle werden aufgestellt, es wird gegessen, getrunken und übernachtet. Zurück bleibt ihr Müll.<h3> Verwaltungsgericht prüft die Verordnung</h3>In Wolkenstein hatte man die Nase voll davon: Im Spätsommer vergangenen Jahres griff die Gemeinde zur Eigeninitiative. Der Gemeinderat führte per Beschluss ein Übernachtungsverbot für Wohnwagen und andere Fahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen sowie am Straßenrand ein.<BR /><BR /> Die neue Regel stieß nicht nur auf Zuspruch. Eine italienische Camper-Vereinigung legte Rekurs gegen die Verordnung ein, weshalb das Verbot nun auf der Kippe steht. Am Mittwoch findet die Verhandlung am Bozner Verwaltungsgericht statt. <BR /><BR />In Wolkenstein will man am Übernachtungsverbot festhalten, wie Gemeindereferent Ernest Cuccarollo betont. Und Wolkenstein wird nicht die einzige Gemeinde bleiben, die den Wildcampern nun den Kampf ansagt. Die Grödner Regelung diente dem Gemeindenverband als Grundlage für die neue Musterverordnung. <BR /><BR />„Einige Passagen wurden präzisiert, um der Regelung noch mehr Rechtssicherheit zu verschaffen“, sagt Präsident Dominik Oberstaller. Laut ihm werden zahlreiche Gemeinden diese Verordnung übernehmen. „Vor allem in touristischen Gemeinden ist das Interesse groß“, sagt er. Die entsprechenden Beschlüsse durch die jeweiligen Gemeinderäte dürften noch im Frühjahr – rechtzeitig zum Beginn der Campingsaison – verabschiedet werden.<h3> „So kann es nicht mehr weitergehen“</h3>Einer, der das Phänomen Wildcamping seit über 20 Jahren beobachtet, ist Thomas Rinner, Präsident der Vereinigung der Campingplatzbetreiber Südtirols (VCS). Wie er betont, hat das Wildcampen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. „Mittlerweile ist ein Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weitergehen kann. Es ist höchste Zeit, einzugreifen“, sagt er. <BR /><BR />Die Musterverordnung samt Übernachtungsverbot – für ihn der entscheidende Punkt – begrüßt er daher ausdrücklich. Doch strengere Kontrollen allein werden das Problem nicht lösen: Zwar sei das derzeitige Angebot in Südtirol qualitativ hochwertig, um Wildcamper aufzufangen, brauche es aber zusätzliche Stellplätze. Rinner fordert „einen Ausbau mit Maß und Ziel“.