Freitag, 02. November 2018

Gemeinden in Belluno nach Erdrutsch isoliert

Italien ist weiterhin im Griff schwerer Unwetter. Nach einem Erdrutsch in Belluno sind mehrere Gemeinden isoliert. Die Strom- und Wasserversorgung ist unterbrochen. Rettungsmannschaft aus der ganzen Region seien im Einsatz, um die Straßen zu befreien, berichteten italienische Medien. Die Schulen blieben geschlossen.

Im Bild Neapel bei schlechtem Wetter.
Im Bild Neapel bei schlechtem Wetter. - Foto: © APA/ANSA

„Die Lage ist dramatisch. Ganze Dörfer müssen ohne Strom ausharren, es gibt keine Straßen mehr. Man muss sofort die Straßen räumen und für den Neuaufbau sorgen”, erklärte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia. Der Pegel der Flüsse Brenta und Piave wird genau unter die Lupe genommen. Der Pegel des Flusses Po stieg in den letzten 24 Stunden infolge des heftigen Regelns um 2,5 Meter. Der Bauernverband Coldiretti beklagte Schäden in Millionenhöhe in der Landwirtschaft.

Ligurien und Sizilien schwer belastet

Schwierig ist weiterhin die Lage in Ligurien. Die Zufahrtsstraße zur renommierten Luxusbadeortschaft Portofino ist nach den Unwettern der vergangenen Tage weiterhin schwerbeschädigt und nicht befahrbar. Die Ortschaft ist ohne Gas. Schwere Niederschläge belasteten auch Sizilien. In Sciacca in der sizilianischen Provinz Agrigent waren nach Überschwemmungen und Erdrutschen mehrere Häuser isoliert.

Von den schweren Unwettern ist auch die Geigenproduktion betroffen. Orkanstürme und heftige Niederschläge haben einen beträchtlichen Teil des Waldes von Paneveggio in der Dolomiten-Gemeinde San Martino di Castrozza im Osten der Provinz Trient verwüstet. Hier sind Tannen zu finden, deren Holz sich besonders zum Bau von Musikinstrumenten eignet.

„Die Niederschläge haben den Boden aufgeweicht. Winde mit einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern haben ganze Waldteile vernichtet”, betonte der Förster Paolo Kovac. Der Schaden sei enorm. „Um wieder wertvolles Holz zu erhalten, das für die Produktion von Instrumenten geeignet ist, werden wir 2 Jahrhunderte warten müssen. In 40 Jahren werden wir vielleicht einen jungen Wald haben”, meinte Kovac.

apa

stol