Donnerstag, 28. Mai 2020

Gemeinderat genehmigt Energie- und Klimaplan

Bozens Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den neuen städtischen Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima verabschiedet. Der Plan ist das Ergebnis eines umfangreichen Analyse- und Entwicklungsprozesses, der unter Einbindung der zuständigen Fachämter der Stadtverwaltung unter der Federführung des Amtes für Geologie, Zivilschutz und Energie entstanden ist.

Der Klimawandel wird auch für Bozen Folgen haben.
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Der Klimawandel wird auch für Bozen Folgen haben. - Foto: © shutterstock
Bozen ist seit 2017 Mitglied im europaweiten Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie. Mit dem Beitritt hat sich die Stadt verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß bis 2030 um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 2010 zu senken und Maßnahmen zu ergreifen, um sich gegen die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels zu rüsten. Wie diese Ziele erreicht werden sollen, ist im neuen Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima beschrieben.

Um überhaupt Planungen für die Zukunft anstellen zu können, musste zunächst ermittelt werden, wie anfällig die Stadt gegenüber bestimmten Auswirkungen des Klimawandels wie beispielsweise Hitze, Erdrutsche und Starkregen ist. Ausgehend von diesen Messdaten wurden anschließend Handlungsempfehlungen für die Zukunft formuliert und Maßnahmen aufgezeigt, die die negativen Auswirkungen des Klimawandels abmildern und den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids senken können.

Besonderes groß ist das Energiesparpotenzial beim Heizenergieverbrauch. Dort soll vor allem die energetische Sanierung von Wohngebäuden, insbesondere auch von Mehrfamilienhäusern, vorangetrieben werden. Die Stadtverwaltung arbeitet gemeinsam mit der Freien Universität Bozen an neuen Konzepten, um den Wohnungseigentümern bei diesem Unterfangen unter die Arme zu greifen. Die Stadt selbst führt das vor einigen Jahren begonnene Programm zur energetischen Sanierung der städtischen Sozialwohngebäuden in den nächsten Jahren fort.

Folgen von Klimawandel auch für Bozen

Im Bereich der Mobilität wird die Umsetzung des neuen nachhaltigen städtischen Mobilitätsplans und nicht zuletzt auch der Ausbau der Elektromobilität zu einem deutlich geringeren Energieverbrauch führen. Energieeinsparungen verspricht sich die Stadt auch durch den Anschluss von Wohngebäuden an das Fernwärmenetz sowie durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und eine energiesparende öffentliche Beleuchtung.

Diese Energieeinsparungen sollen dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen, der unweigerlich auch für Bozen Folgen haben wird. Wie die Experten ausgemacht haben, könnte die Stadt künftig vermehrt von langen Hitzeperioden, Überflutungen und Erdrutschen heimgesucht werden.

Bei der Abmilderung der großen Sommerhitze spielt vor allem der Baum- und Grünflächenbestand eine wichtige Rolle. Hier sieht der Aktionsplan die Schaffung weiterer Grüninseln im Stadtgebiet vor. Ein weiterer wichtiger Baustein sind Gründächer. Diese senken nicht nur den Gebäudeenergiebedarf in den Sommer- und Wintermonaten, sondern nehmen auch das Regenwasser wirksam auf und tragen dazu bei, die Biodiversität in der Stadt zu erhalten.

Projekte und Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Starkregenereignisse hingegen können durch eine bessere Wartung und durch die Modernisierung der Kanalnetze sowie durch die Schaffung von Auffangflächen, auf denen das Wasser gut versickern kann, abgemildert werden. Die Gefahr von Erdrutschen kann dem Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima zufolge durch eine regelmäßige Instandhaltung der Schutzbauten und eine angemessene Flächennutzung nach den Vorgaben des Gefahrenzonenschutzplans abgeschwächt werden.

Um die Bevölkerung auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen und für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, hat die Stadt bereits mehrere Projekte durchgeführt. Auf der Website der Stadt wurde zudem ein Online-Energieberatungsportal mit nützlichen Informationen und Tipps rund um das Energiesparen eingerichtet.

stol