Samstag, 19. September 2020

Gemeindeverwalter brauchen Vertrauen: Am Sonntag oder Montag wählen gehen!

„Wahlen sind keine lästige Pflicht. Wahlen sind ein hohes Gut der Demokratie. Wir sollten diese wichtige Errungenschaft schätzen und am Sonntag und Montag unsere Stimme abgeben. So können wir mitbestimmen, wer in der Gemeinde in den nächsten 5 Jahren das Sagen hat“, schreibt Chefredakteur Toni Ebner im Leitartikel der aktuellen Ausgabe des Tagblatts „Dolomiten“.

Chefredakteur Toni Ebner ruft dazu auf, am Sonntag oder Montag wählen zu gehen.
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Chefredakteur Toni Ebner ruft dazu auf, am Sonntag oder Montag wählen zu gehen. - Foto: © Erika Gamper
Eigentlich sind Bürgermeister, Gemeindereferenten, Stadträte und Gemeinderäte keine Politiker. Daher wählen wir sie auch nicht für eine Legislaturperiode, sondern für eine Amtsperiode. Sie machen keine Gesetze. Sie wenden Gesetze an und sind daher Verwalter.

Dabei ist die Gestaltungsmöglichkeit für eine Gemeindeverwaltung und für den Bürgermeister erheblich. Ein Bürgermeister hat sicher mehr Zuständigkeiten, etwas zu bewegen, als beispielsweise ein Landtagsabgeordneter. Und trotzdem streben viele Gemeindepolitiker in den Landtag.

Das mag wahrscheinlich mit den wesentlich höheren Diäten zusammenhängen, die im Landtag ausbezahlt werden. Unsere Bürgermeister erhalten im Verhältnis zur Verantwortung und zu den Aufgaben, die sie erfüllen müssen, ein bescheidenes Salär. Von der sozialen Absicherung ganz zu schweigen. Der Bürgermeister bekommt zwar eine Entschädigung ausbezahlt, es wurden bisher aber weder Beiträge für die Sozialfürsorge noch für die Rente entrichtet.

In der nächsten Amtsperiode soll das verbessert werden; reich wird aber sicher keiner, und von Politikerprivilegien sind sie meilenweit entfernt.

Und trotzdem stellen sich in allen Gemeinden Frauen und Männer der Wahl. Frauen und Männer, die in ihrer engeren Heimat etwas bewegen und für die Allgemeinheit wirken wollen. Ebenso die Kandidaten für die Gemeinderäte. Frauen und Männer, die ihre Freizeit opfern, um für die Allgemeinheit zu arbeiten.

Das sollte man respektieren und honorieren. Besonders heuer, weil alle Parteien, Gruppierungen und Bewegungen Probleme hatten, Kandidaten zu finden. Teilweise war es schwierig, überhaupt eine Liste zusammenzustellen. Ob wegen der Covid-19-Krise oder wegen allgemeiner Lustlosigkeit, sich im öffentlichen Leben zu engagieren, ist einerlei. Die Tatsache bleibt bestehen, dass es weniger Bürger gibt, die Verantwortung übernehmen wollen.

Aber es gibt sie. Die Kandidatenlisten sind der Beweis dafür, dass es engagierte Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt müssen wir Wähler dieses Engagement anerkennen und zur Wahl gehen, um ihnen die notwendige demokratische Legitimation zu geben, zum Wohle der Bürgerschaft wirken zu können. Daher am Sonntag oder Montag wählen gehen und: den Mundschutz nicht vergessen!

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