Freitag, 09. Juli 2021

Gemeinsam sicher am Berg – Bergrettungen vertiefen Zusammenarbeit

Die Berge verbinden, gleichzeitig passieren auch immer mehr Unfälle. Klimawandel und intensive Wetterereignisse kennen vor Grenzen keinen Halt. Deshalb haben auch die Bergrettungen Tirol, Südtirol und Belluno beschlossen, sich zusammenzuschließen und miteinander zu kooperieren – und hierfür jüngst eine Vereinbarung im Rahmen des Interreg-Projekts START unterzeichnet.

Die Bergrettung Tirol, der Bergrettungsdienst im AVS und die Südtiroler sowie Belluneser Berg- und Höhlenrettung des CNSAS vertiefen mit der unterzeichneten Vereinbarung ihre Zusammenarbeit.
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Die Bergrettung Tirol, der Bergrettungsdienst im AVS und die Südtiroler sowie Belluneser Berg- und Höhlenrettung des CNSAS vertiefen mit der unterzeichneten Vereinbarung ihre Zusammenarbeit. - Foto: © Bergrettung
Durch dieses Projekt sollen auf lokaler Ebene die Zusammenarbeit der grenznahen Ortsstellen der Bergrettungen gefördert und auf Landesebene die Bergrettungen institutionell vernetzt werden. „Die Bürokratie auf beiden Seiten des Brenners ist relativ komplex, aber die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Südtirol und Belluno hilft uns sehr. Bald soll die Trientner Bergrettung auch noch mit eingebunden werden“, so Hermann Spiegl, der Landesleiter der Bergrettung Tirol.




Die Bergrettung Tirol, der Bergrettungsdienst im AVS und die Südtiroler sowie Belluneser Berg- und Höhlenrettung des CNSAS vertiefen mit der unterzeichneten Vereinbarung ihre Zusammenarbeit. Die Vereinbarung ermöglicht zwar immer noch keine gemeinsamen Einsätze, da das hierfür notwendige bilaterale Abkommen zwischen Österreich und Italien erst auf den Weg gebracht werden muss. Aber die Mitglieder können nun an Ausbildungsprogrammen der Partnerorganisationen teilnehmen und es werden gemeinsame Übungen organisiert.




„Für die technologische Entwicklung hat die Zusammenarbeit immense Vorteile, da hier Kosten eingespart werden können und auf das Fachwissen und die Erfahrung von viel mehr Bergrettern zurückgegriffen werden kann“, so der Landesleiter der Bergrettung Südtirol Ernst Winkler und der Präsident der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung CNSAS Giorgio Gajer unisono.

Drohnen für Noteinsätze getestet

Im Rahmen des Interreg-Projektes START wurde auch eine große Anwenderstudie mit einer Rettungsdrohne durchgeführt, an der 288 Bergretter aus Österreich und Italien beteiligt waren. Bei den technologischen Entwicklungen laufen die Fäden beim NOI Techpark in Bozen zusammen, wo sich die Bergrettungen mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen vernetzen.




So wurde in der Bletterbachschlucht vom Institut für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research, welches ebenfalls Projektpartner ist, dem Drohnenhersteller MAVTech und der Bergrettung Südtiroler Unterland eine große Studie über den Nutzen der Drohne in der Bergrettung durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen allen Partnern offenstehen: Eine gemeinsam eingesetzte Fachgruppe begleitet die Einführung von Drohnen und die Weiterentwicklung der technologischen Kompetenzen in den Partnerregionen.

stol