Das Gemeinschaftshaus in Leifers ist seit heute offiziell eröffnet. Eigentlich läuft der Betrieb der neuen Struktur aber bereits seit dem 3. Juni. Angeboten werden dort das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD), die Blutabnahme, die Mütter- und Hebammenberatungsstelle sowie fachärztliche Ambulatorien, Geburtsvorbereitungskurse und zwölf Palliativbetten. Gemeinschaftshäuser bündeln medizinische und soziale Dienstleistungen an einem Standort und sollen die wohnortnahe Versorgung verbessern.<BR /><BR />Geplant war der vollständige Umzug des aktuellen Gesundheits- und Sozialsprengels des Bezirkes Leifers-Branzoll-Pfatten – bislang ist aber nur der Gesundheitssprengel umgesiedelt. Der Sozialsprengel befindet sich nach wie vor am Falcone-und-Borsellino-Platz 1 in Leifers. Das liegt daran, dass der zweite Stock des Gebäudes noch nicht ganz fertiggestellt ist. Dort soll künftig neben den zwölf Palliativbetten auch ein Teil des Sozialsprengels untergebracht werden.<h3> Zeitdruck wegen PNRR-Gelder</h3>„Man hat uns gesagt, dass die Arbeiten am Ende des Sommers abgeschlossen sein sollen. Wann genau wir einziehen können, wissen wir allerdings noch nicht“, erklärte Annalisa Frasca, die Verantwortliche des Sozialsprengels in Leifers, im Gespräch mit „S+“. Ein Teil des Sozialsprengels könne zwar bereits in den ersten Stock des Gemeinschaftshauses einziehen. „Das wollen wir aber nicht. Wir warten ab, bis der gesamte Sprengel einen Platz in der Struktur hat“, betonte Frasca.<BR /><BR />Schuld an dieser Situation sind die PNRR-Gelder, durch die das Bauvorhaben zu einem großen Teil finanziert wurde. Hätte das Land das Gemeinschaftshaus in Leifers nicht Anfang Juni eröffnet, so wären die Mittel auf dem gesamtstaatlichen Plan für Aufbau und Resilienz futsch gewesen. Die Palliativabteilung wurde dagegen erst während der laufenden Arbeiten geplant und wird somit nicht mit den PNRR-Geldern finanziert.<h3> Was machen die Hausärzte?</h3>Unklar ist außerdem, ob die 15 Hausärzte des Bezirkes künftig zumindest einen Teil ihres Dienstes im Gemeinschaftshaus anbieten. „Das geschieht auf freiwilliger Basis“, unterstrich Michael Mayr, Ressortdirektor für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit. Der Sanitätsbetrieb habe alle Hausärzte von der Möglichkeit informiert – bislang habe noch keiner das Angebot angenommen. Laut Mayr gebe es jedenfalls genügend freie Ambulatorien für alle interessierten Hausärzte. „Ich denke, dass sie mal einen Moment abwarten, wie sich die Situation entwickelt“, meinte der Ressortdirektor.<BR /><BR />Ebenfalls in Verhandlungen befinde man sich mit den Kinderärzten der Stadt. Auch diese könnten ihren Dienst künftig im Gemeinschaftshaus anbieten. Derzeit sind die Pediatren noch in der Nazario-Sauro-Straße untergebracht. „Das Interesse ist auf jeden Fall gegeben seitens der Kinderärzte“, so Mayr. Noch unklar ist zudem, wann die zwölf vorgesehenen Palliativbetten tatsächlich in Betrieb gehen. Dort sei es vor allem eine Frage des Personals, das bekanntlich schwer zu finden ist.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1325049_image" /></div> Das Gemeinschaftshaus in der Unterbergstraße 10 ist zwischen Montag und Samstag täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Vor dem Gebäude befindet sich ein Parkplatz, der den Besuchern vorenthalten ist. Nähere Details und alle angebotenen Dienste sind auf der Homepage des Landes zu finden.https://gesundheit.provinz.bz.it/de/gemeinschaftshauser