Donnerstag, 03. Juni 2021

GENEA+: Das Projekt zum Mehrgenerationenwohnen des Weißen Kreuzes in Bozen

In Bozen, im Stadtviertel Don Bosco/Firmian, soll ein neues, innovatives Konzept entstehen. Einerseits um die Herausforderung einer alternden Gesellschaft und andererseits den Bedarf an Wohnraum für junge Erwachsene zu lösen.

Der Projektverantwortliche Reinhard Mahlknecht erklärt, was hinter GENEA+ steckt. - Foto: © Rendering Weißes Kreuz
Dieses Projekt für das Mehrgenerationenwohnen bietet eine zukunftsorientierte Lösung für die Landeshauptstadt Bozen und Südtirol, ist zugleich aber auch eine klare Aufwertung für das Bozner Stadtviertel Don Bosco.

Das Konzept mit dem passenden Namen „GENEA+“ soll in Form eines modernen ÖPP-Projektes (Öffentliche Private Partnerschaft) umgesetzt werden.

An der Projektvorstellung nahmen Präsidentin Barbara Siri, Direktor Ivo Bonamico, Vizedirektor und Projektverantwortlicher Reinhard Mahlknecht, sowie der technische Projektleiter Hannes Tappeiner teil.

Herausforderung: Junges Wohnen, Pflege im Alter

Weißes-Kreuz-Präsidentin Barbara Siri ging auf die Problematik der derzeitigen Situation ein: „Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Speziell in Bozen wissen wir aus eingehenden Analysen, dass bereits 23,6 Prozent der ansässigen Bevölkerung 65 Jahre und älter sind, davon sind 12,5 Prozent über 75. Viele alte Menschen leben zudem allein, in Bozen gibt es 9.421 Ein-Personen Haushalte von Menschen mit über 60 Jahren, das sind fast 20 Prozent aller Haushalte. Welche enormen Herausforderungen dies an Betreuung und Pflege in nur wenigen Jahren stellen wird, dürfte jedem klar sein. Es fehlen zudem jetzt schon viele Altersheimplätze in der Landeshauptstadt.“

Um für die Zukunft vorzubauen und soziale Brennpunkte zu vermeiden, brauche es neue und innovative Lösungen. Aufgrund der sozialen Verantwortung des gesellschaftlichen Auftrags des Weißen Kreuzes habe man ein zukunftsorientiertes Projekt erarbeitet. Bestärkt wurde dieser Auftrag durch die vielseitigen Erfahrungen und neuen Aufgaben, die im Rahmen der Pandemie im vergangenen Jahr entstanden sind.

Dazu zählen der Einkaufsdienst für alte und kranke Mitbürger, die Unterstützung in verschiedenen Seniorenwohnheimen, sowie Präventionsarbeit und Tutoringaufgaben in den Schulen.

„Nicht nur die alternde Gesellschaft, sondern auch der Mangel an Wohnraum für junge Erwachsene spielt bei unserem Projekt eine entscheidende Rolle“, betonte Direktor Ivo Bonamico: „Wir wollen leistbare Wohnmöglichkeiten für junge Menschen unter 26 Jahren in einem modernen Konzept zur Verfügung stellen und damit unter anderem auch einen Beitrag in Sachen Fachkräftemangel leisten.“


Wohnen und Leben im Austausch zwischen Jung und Alt

„Das Projekt GENEA+ soll die Begegnung und den Austausch zwischen Jung und Alt auf neue Art und Weise ermöglichen und die Interaktion fördern“, erklärte Projektleiter Reinhard Mahlknecht. Er zählte die Aspekte auf, die das zukunftsorientierte Projekt umfasst:

- Eine abgestufte, professionelle Hilfestellung je nach Bedarf für Menschen im Alter wird zur Verfügung gestellt: So lange autonom und eigenständig wie möglich, so viel Pflege und Unterstützung wie notwendig.

- Dazu zählen eine Struktur für Tagespflege für 40 Senioren sowie eine Einrichtung für intermediäre Pflege für 40 Patienten. Ergänzt wird das Angebot durch ein Arztambulatorium mit angeschlossenem Fitness/Reha-Bereich.

- Jungen Menschen stehen Wohnraum und Strukturen in einem modernen Konzept zur Verfügung. Begegnung, gegenseitiger Austausch sowie das Erbringen von Leistungen im Rahmen einer Zeitbank werden unterstützt.

- Es gibt öffentliche Räume und Dienstleistungen ,vom Fitness/Reha-Center über Seminarräume, Kleinkindbetreuung, Café, Mensa bis zum Minimarket, für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie auch für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtviertel Don Bosco/Firmian.

- Die Kooperation mit Kulturvereinen, Interessensgruppen und Einrichtungen vor Ort im Stadtviertel wird aktiv angestrebt.

Verwirklicht werden soll das Konzept in einem modernen Gebäudekomplex, das selbst schon ein architektonisches Highlight im Sinne des Green-Building sein wird. Gestaltet wurde es vom international renommierten Studio Ingenhoven Architects.

Der technische Projektleiter Hannes Tappeiner erläuterte das innovative Projekt: „Entstehen werden rund 125 Wohnungen für bis zu 243 Senioren (Alleinstehende und Paare), sowie rund 28 Wohnungen für bis zu 62 junge Erwachsene (von der 1-Zimmer- bis zur 3-Zimmer-Wohnung), ergänzt mit Dienstleistungen durch das Weiße Kreuz wie abgestufte Pflege, Tagespflege, Erste-Hilfe-Einrichtung, Arztambulatorien, Cohousing-Konzept, einem Park mit viel Grün und Schrebergärten, Fahrradverleih und E-Bike-Ladestation sowie vielen weiteren innovativen Einrichtungen.“

Ziel: ÖPP-Projekt als private Investition für Kostenvorteil und Effizienz

Umgesetzt werden soll das Konzept in Form eines modernen ÖPP-Projekts, um die Kosten für die öffentliche Verwaltung so gering wie möglich zu halten und die Umsetzung effizient voranzubringen.

Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 48 Millionen Euro. Verbaut werden soll im Stadtviertel Don Bosco/Firmian eine Fläche von circa 14.200 Quadratmetern, die als Erweiterung des Siedlungsgebiets bereits im Masterplan von Bozen vorgesehen ist.

Mehr Infos gibt es auch im Internet.





stol

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