Im Sanitätsbetrieb mehren sich die Anfragen ungeimpfter Genesener für eine Rückkehr in den Dienst.<BR /><BR />Die Personallage im Sanitätsbetrieb bleibt nach wie vor angespannt – trotz sinkender Belegung auf den Covid-Abteilungen in den Spitälern. 465 Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes scheinen nach wie vor als ungeimpft auf und sind somit vom Dienst suspendiert. Für einige von ihnen hat Rom mit dem Ende des Notstandes die Tür zurück an den Arbeitsplatz einen Spalt weit geöffnet. Wer nach wie vor ungeimpft, aber von einer Corona-Infektion genesen ist, kann seit 1. April die Rückkehr in den Dienst beantragen. <h3> Impfung oder Suspendierung</h3>Die ersten suspendierten Genesenen haben laut Marco Cappello, dem Leiter der Rechtsabteilung des Sanitätsbetriebes, diese Anfrage bereits gestellt. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz wird genesenen Ärzten und Pflegerinnen allerdings nur zeitlich begrenzt gewährt. Zumal die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal bis Ende des Jahres verlängert wurde, besteht laut Dekret für Genesene die Pflicht, sich innerhalb von 3 Monaten nach der Infektion gegen Corona impfen zu lassen. Für jene, denen nur der Booster fehlt, sind es 4 Monate nach der Infektion. <BR /><BR />Wer sich innerhalb der Fristen nicht impfen lässt, wird erneut automatisch vom Dienst suspendiert. Im Klartext: Eine Rückkehr gibt es nur für jene Genesenen im Gesundheitspersonal, die sich seit Anfang dieses Jahres infiziert haben.<BR /><BR />Ebenfalls per Dekret wurde ein massiver Personal-Verlust beim Sanitätsbetrieb in letzter Minute noch abgewendet. Ursprünglich war nämlich vorgesehen, dass mit Auslaufen des Corona-Notstandes die Verträge von jenem Personal, das mit Covid-Verträgen angestellt wurde, nicht verlängert werden können. Damit wären dem Sanitätsbetrieb auf einen Schlag 265 Ärzte und Pflegerinnen sowie 181 Mitarbeiter des Verwaltungspersonals abhanden gekommen. <h3> Verlängerung bis Jahresende</h3>549 Mitarbeiter im Gesundheits- und Verwaltungsbereich hatte der Sanitätsbetrieb zu Spitzenzeiten über Covid-Verträge angestellt. „Dank Notstandsverordnung war es möglich, Mitarbeiter auch ohne Zweisprachigkeitsnachweis, Eintragung in die Berufskammer oder Facharztausbildung, aber auch pensioniertes Personal anzustellen“, erklärt Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes. <BR /><BR />Über 100 dieser zeitlich begrenzt angestellten Mitarbeiter haben Südtirol schon wieder verlassen. Die allermeisten, weil sie in ihrer Heimat unbefristet angestellt wurden. Alle anderen hätten jetzt mit Auslaufen ihres Vertrages gehen müssen. „Mit dem Dekret wurde nun die Möglichkeit vorgesehen, dass diese Verträge bis Jahresende verlängert werden können“, sagt Zerzer. Eine, wenn auch zeitlich begrenzte, Erleichterung. Denn auch wenn an Impflinien und Teststraßen nun wieder Personal für die Spitäler frei geworden ist, bleibt die Ausnahmesituation, wenn auch nicht mehr so gravierend, weiter aufrecht.