Die EU will sich für eine weltweite „Nulltoleranz“ einsetzen. Die Kommission forderte die EU-Staaten auf, gegen die blutige Praxis vorzugehen, jungen Mädchen die Klitoris zu beschneiden. Am Donnerstag ist der Internationale Tag gegen FGM.Genitalverstümmelung wird in Afrika, Asien, Nahost und Europa praktiziert.Auch Strafverfahren sollen Abhilfe schaffenDie EU-Kommission will sich neben Aufklärungsarbeit auch für Maßnahmen zur wirksameren Strafverfolgung einsetzen. Bisher seien Strafverfahren bei FGM-Fällen europaweit noch sehr selten: In Großbritannien und Deutschland habe es bis zum Jahr 2007 kein einziges gegeben, in Frankreich lediglich 29. Zur Bekämpfung von FGM förderte die Kommission Projekte im vergangenen Jahr mit insgesamt 2,3 Millionen Euro.Dass die Verstümmelung der Genitalien junger Mädchen nicht nur in Drittländern, sondern auch in EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt werde, sei bekannt. Detaillierte Informationen zur Praxis innerhalb der EU fehlten jedoch ebenso. Zunehmend besorgniserregend sei die „von Angehörigen der Gesundheitsberufe praktizierte FGM“ weltweit.Vor allem Migrantinnen betroffenBei der Beschneidung werden die äußeren weiblichen Genitalien abgeschnitten. Dies werde vor allem aufgrund sozialen Drucks durchgeführt. Kontrolle der weiblichen Sexualität, Ängste und Überzeugungen seien mit FGM verbunden. Dazu zähle auch die Ansicht, dass FGM „von Vorteil“ für die Frauen und Mädchen sei.Betroffen sind laut EU-Kommission vor allem Migrantinnen, die während eines Besuchs in ihren Heimatländern beschnitten würden. Die Opfer sind der Weltgesundheitsorganisation zufolge hauptsächlich Mädchen und junge Frauen im Alter bis zu 15 Jahren.Die große Mehrheit lebe in afrikanischen Ländern. FGM sei aber auch in Asien, im Nahen Osten und in Europa verbreitet. Laut Unicef sind weltweit mehr als 125 Millionen Frauen betroffen.apa