Seit den frühen Morgenstunden sind rund 220 Einsatzkräfte an 95 Durchsuchungen beteiligt. Die Ermittlungen werden von der Finanzpolizei in Meran geführt und von der stellvertretenden Staatsanwaltschaft koordiniert. Insgesamt wurden bisher 101 Personen angezeigt.<BR /><BR />Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen zwei georgische Frauen. Sie sollen Landsfrauen angeworben und deren illegale Einreise nach Italien organisiert haben. Die Frauen wurden laut Ermittlern zunächst in Wohnungen untergebracht und anschließend als Pflegekräfte an Familien vermittelt – vor allem in Südtirol und im Trentino.<BR /><BR />Die betroffenen Familien sollen von den illegalen Machenschaften nichts gewusst haben. Eine Vermittlungsagentur in Meran soll den Familien den Eindruck vermittelt haben, dass alles legal abläuft. Die Agentur wurde von zwei Italienern geführt und war offiziell als reguläres Unternehmen tätig.<BR /><BR />Nach Angaben der Ermittler wurden für mehr als 100 Frauen gefälschte Dokumente und falsche Steuernummern erstellt. Dadurch sollen sie auf dem Papier als EU-Bürgerinnen erschienen sein.<h3> Frauen sollen ausgebeutet worden sein</h3>Die Ermittler werfen dem Netzwerk vor, die Frauen kontrolliert und ausgebeutet zu haben. So sollen ihnen unter anderem Dokumente abgenommen worden sein. Außerdem seien sie ohne eigene Zustimmung von einer Familie zur nächsten vermittelt worden.<BR /><BR />Einen Teil ihres Gehalts oder zusätzliche Geldzahlungen sollen die Frauen an die Vermittlerinnen abgeben haben. Im Gegenzug bekamen sie eine Arbeitsstelle und eine angebliche Legalisierung ihres Aufenthalts.<BR /><BR />Die Ermittlungen betreffen unter anderem den Vorwurf des Caporalato, also der illegalen Vermittlung und Ausbeutung von Arbeitskräften, sowie Dokumentenfälschung und Beihilfe zur illegalen Einwanderung.<BR /><BR />Durchsucht wurden Wohnungen und andere Orte in Bozen, Trient, Udine, Crotone, Reggio Emilia, Reggio Calabria, Gorizia, Pordenone, Pisa und Bologna.<BR /><BR />Bei den 29 Festgenommenen wurden laut Finanzpolizei gefälschte Reisedokumente gefunden und beschlagnahmt.<BR /><BR />Wichtig: Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Die Vorwürfe müssen erst vor Gericht geprüft werden. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.