Zumindest für rund 4000 Grund- und Mittelschüler im Land ist mit Schulbeginn der tägliche Transport im Kleinbus gesichert (siehe eigene Meldung). Weit weniger klar ist die Situation für jene Tausende von Schülern, die ab 7. September täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule bzw. von dort wieder nach Hause gelangen sollen. <BR /><BR /><b>Arbeit nach neuem Fahrplan läuft auf Hochtouren</b><BR /><BR />Noch ist die definitive Entscheidung in Rom nicht gefallen. Aber Stand jetzt soll der Ein-Meter-Abstand in den öffentlichen Verkehrsmitteln auch über den 1. September hinaus in Kraft bleiben. Das hieße, dass bei Schulbeginn nur jeder zweite Sitzplatz in Bus und Bahn besetzt werden dürfte. „Ein Unding!“, ärgert sich Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. „Es ist doch völlig anachronistisch, die Schulen zu 100 Prozent zu öffnen, aber beim Schülertransport nur 50 Prozent der Plätze zulassen zu wollen.“ <BR /><BR />Seit Tagen verhandeln er und seine Amtskollegen aus anderen Regionen Italiens mit Regionenminister Francesco Boccia und Gesundheitsminister Roberto Speranza für eine Vollbelegung von Bus und Bahn ab 1. September. „Eine Entscheidung darüber sollte in den kommenden Tagen fallen“, sagt Alfreider.<BR /><BR />Dabei läuft ihm und seinen Mitarbeitern im Mobilitätsressort die Zeit davon. Um Dienste umzustrukturieren bzw. auszubauen, brauche man nämlich rund einen Monat Vorlaufzeit, so Alfreider. Damit könnte es bis zum Schulbeginn knapp werden. Derzeit wird auf Hochtouren an einem neuen Fahrplan gearbeitet. „Erst wenn der steht, werden wir sehen, auf welchen Linien wir wann und wie viele zusätzliche Busse einsetzen müssen, um den Transport für möglichst alle zu gewährleisten“, sagt der Landesrat. <BR /><BR /><b>„Werden um zusätzliche Busse nicht herumkommen“</b><BR /><BR />Doch egal wie Rom entscheidet und ob Südtirol die Vorschriften umsetzen muss oder nicht: „Fest steht, dass wir um zusätzliche Busse nicht herumkommen werden“, so Alfreider. Wie viele dies sein werden, wisse man erst in 2 Wochen. Vor allem im Pustertal, wo täglich Hunderte von Oberschülerinnen und -schüler mit dem Zug nach Bruneck pendeln, werde man den Dienst zu Stoßzeiten deutlich mit Bussen ergänzen müssen, ist Alfreider überzeugt – und das unabhängig davon, ob nun alle oder nur jeder zweite Sitzplatz belegt werden kann.<BR /><BR />Erleichtern soll für Schüler und Berufstätige das Pendeln unter den coronabedingt erschwerten Umständen eine neue App. „Mit dieser sieht der Nutzer, was auf der Linie, die man nutzen will, los ist, wo der Bus gerade ist, ob dieser bereits voll ist und wann der nächste fährt“, sagt Alfreider. Damit können es Fahrgäste vermeiden, unter Umständen mal vergeblich an der Bushaltestelle zu warten. Freigeschaltet werden soll die App Ende August – rechtzeitig vor Schulbeginn. <BR /><BR />Zu einem späteren Zeitpunkt soll noch ein Alert-System dazukommen, über das Öffi-Nutzer sich über den Stand der von ihnen genutzten Linie informieren lassen können. „Beide sollen das tägliche Pendeln erleichtern“, so Alfreider.