<a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/wie-zwei-junge-gadertaler-in-der-schneenacht-von-1986-zu-lebensrettern-wurden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet,</a> retteten die zwei Gadertaler Giuseppe Miribung und Norbert Moling in der Nacht vom 1. auf den 2.Feber 1986, als Südtirol im Schnee versank, mehrere Menschen. Unter ihnen befand sich niemand Geringer als <b>Dr. Michael Breisky</b>, der in dieser Zeit als für Südtirol zuständiger österreichischer Generalkonsul in Mailand tätig war. <BR /><BR />Auf Anfrage von „STOL“ berichtet der heute 85-jährige Diplomat, wie er die Ereignisse jener Winternacht erlebt hat.<h3> Schnee in riesigen Mengen, totale Stille</h3>„Ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag“, beginnt Breisky seine Schilderung. Nach einem Amtstag in Bozen brach er in den Abendstunden gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Kindern zu einem mehrtägigen Skiaufenthalt in den Dolomiten auf.<BR /><BR />Mit zunehmender Dauer der Fahrt hätten sich die Bedingungen jedoch spürbar verschlechtert. Der Schneefall sei immer dichter geworden, der Verkehr zunehmend zäh, bis schließlich völliger Stillstand geherrscht habe. Ein Vorankommen sei nicht mehr möglich gewesen. Schließlich, so schildert er, mussten sie das Auto zurücklassen und sich zu Fuß durch das Schneegestöber auf den Weg machen. <BR /><BR />„In unmittelbarer Nähe befanden sich einige Wohnhäuser. Jemand (<i>Annahme der Redaktion: Giuseppe Miribung</i>) hat uns zu einer Unterkunft gebracht – es hat ausgesehen wie ein Schulgebäude. Dort sind wir mit offenen Armen aufgenommen worden und durften letztlich die Nacht verbringen“, schildert Breisky.<BR /><BR />Später am Abend ging er noch einmal vor die Tür: Überall hätten Menschen in ihren Autos übernachtet, Helfer ihnen Tee und Lebensmittel gebracht – eine große Solidarität sei spürbar gewesen. Gleichzeitig sei aber deutlich geworden, wie gefährlich die Situation war.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73355564_quote" /><BR /><BR />Aus heutiger Sicht spricht er von Glück, diese Nacht nicht – wie viele andere – im Auto verbracht zu haben. Denn auch an die Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen erinnert er sich: an Menschen, die wegen laufender Standheizungen und verstopfter Auspuffe in Lebensgefahr geraten sind. Ebenso sei ihm der Todesfall im Gadertal in Erinnerung geblieben – ein Schicksal, das auch ihm und seiner Familie hätte drohen können.<BR /><BR />Was nach mehr als vier Jahrzehnten bleibt, ist vor allem eines: seine Dankbarkeit für die Hilfe und die Menschlichkeit der Südtiroler Bevölkerung in dieser Nacht.<h3> Eine prägende Zeit für Südtirol</h3>Die Erlebnisse jener Nacht fielen in eine Zeit, in der Dr. Michael Breisky beruflich eng mit Südtirol verbunden war. Nach der politisch äußerst intensiven Phase der Autonomie-Diskussion und -verhandlungen war er von 1982 bis 1986 als für Südtirol zuständiger österreichischer Generalkonsul in Mailand tätig. Dieses Amt legte er im September 1986 nieder und kehrte zurück nach Wien. <BR /><BR />Zum Abschied stattete er dem damaligen Landeshauptmann Silvius Magnago einen Besuch im Bozner Landhaus ab. Dieser dankte Breisky „<i>für das große Interesse und den Einsatz im Rahmen seines Aufgabenbereiches, alle mit Südtirol zusammenhängenden Belange vertreten zu haben und die zuständigen Stellen in Wien über die Entwicklung und die Anliegen in unserem Lande informiert zu haben“</i> – wie aus der „Dolomiten“-Ausgabe vom 11.September 1986 hervorgeht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1270911_image" /></div> <BR /> Im Wiener Außenministerium leitete er bis 1993 die Südtirolabteilung. In dieser Funktion wurde er von Außenminister Alois Mock zum Vorsitzenden der österreichischen Paket-Prüfungs-Kommission bestellt, der unter anderem auch der renommierte und unvergessene Südtirol-Experte Franz Matscher angehörte.<BR /><BR />Aufgabe dieser Kommission war es, den von Italien im Jahr 1992 übergebenen aktuellen Stand der Südtiroler Autonomie mit jener Fassung des sogenannten Pakets zu vergleichen, die Italien Österreich ursprünglich als Grundlage für das Autonomie-Statut von 1972 übermittelt hatte. Die Prüfung erfolgte detailliert und sorgfältig.<BR /><BR />Auf dieser Grundlage konnte Österreich den seit den 1960er-Jahren bei den Vereinten Nationen anhängigen Streit mit Italien einvernehmlich beilegen.