Ganz leise sollen sich am 16. Juli die Vorboten des Einsturzes gezeigt haben: Im Atrium, in dem Sanierungsarbeiten an vier Säulen durchgeführt wurden, soll sich an mehreren Stellen Putz von der Decke gelöst haben. <BR /><BR />Die ersten dieser Warnzeichen sollen etwa eine Stunde vor dem Einsturz zu sehen sein – auf den Videos der Überwachungskameras, die die Ermittler derzeit auswerten. Dass es nicht bemerkt werden konnte, liegt an der Uhrzeit: Zum Teileinsturz war es bekanntlich um 6.28 Uhr gekommen, und erst wenige Minuten zuvor hatten Mitarbeiter der Reinigungsfirma das bis dahin leere Gerichtsgebäude betreten. Glücklicherweise konnten sie sich rechtzeitig ins Freie retten. <BR /><BR />Neben den Ermittlungen zur Einsturzursache hat die Sicherung des Gebäudes Priorität. Nach Abstützung der Fassade sind jetzt die Seitenflügel an der Reihe. Einige Böden in den oberen Stockwerken sind geneigt, sie müssen abgesichert werden, bevor die Unterlagen aus den Büros geborgen werden können. Auch das Archiv im Kellergeschoss konnte bisher nicht geleert werden. Sobald alle Gebäudeteile gesichert sind, werden die offenen Bereiche zum Schutz gegen die Witterung mit einer großen Plane abgedeckt. Wie lange es bis zum Abschluss dieser Arbeiten dauert, ist vorerst nicht abzusehen. Fest steht allerdings, dass ein mögliches Beweissicherungsverfahren, in dem Gutachter die Einsturzstelle vor Ort untersuchen können, erst anberaumt werden kann, wenn alle Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen sind. <BR /><BR />Indes ist die Staatsanwaltschaft wieder voll operativ. Der Leitende Staatsanwalt Axel Bisignano ging davon aus, dass am 3. September das telematische Justiz-Netz am neuen Sitz in der Rittnerstraße 13 in Betrieb genommen wird. Vier Staatsanwälte, die Gerichtspolizei und er selbst haben ihre Büros schon bezogen.<BR /><BR />Die Richter hatten bereits wenige Tage nach dem Einstutz am Oberlandes- bzw. Jugendgericht ihre Arbeit wieder aufgenommen. Alle dringenden Verfahren werden abgewickelt. Ab 1. Oktober wird Justitia dann an ihrem neuen Sitz in der Südtirolerstraße 50 wieder ihren regulären Dienst aufnehmen.