Samstag, 17. August 2019

Gerissene Schafe - Wolf im Vinschgau?

Am Trumsberg wird ein Wolf vermutet. Offiziell ist das zwar noch nicht bestätigt worden, aber die Bauern haben wenig Zweifel an der Urheberschaft von mindestens 14 gerissenen Schafen. Dies berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Samstag.

Treibt im Vinschgau ein Wolf sein Unwesen?
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Treibt im Vinschgau ein Wolf sein Unwesen? - Foto: © shutterstock

Es ist zwar noch nicht amtlich-offiziell abgesichert, aber im Gebiet der Trumsberger Stierberg-Alm wird ein Wolf vermutet. Bereits vor mehreren Wochen sei es zu Tierrissen im Bereich von St. Martin am Kofel gekommen, bei denen vermutet wurde, dass der Wolf seine Pfoten im Spiel haben könnte, erklärte Ernst Kaserer vom Hofschank Niedermair den „Dolomiten“ am Freitag. Bis heute lägen aber offensichtlich keine Ergebnisse der DNA-Proben vor, wie ihm zugetragen worden sei.

Nun habe – aller Wahrscheinlichkeit nach, wie Kaserer betont – ein Wolf auf der Trumsberger Stierberg-Alm sein Unwesen getrieben. Mindestens 14 Schafe seien über mehrere Tage gerissen worden, deren Kadaver hätten die Bauern der Reihe nach gefunden. Man habe dann die zuständigen Behörden bzw. Landesämter verständigt, am Freitag soll es zu einem Ortsaugenschein gekommen sein. Die betroffenen Bauern glauben, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat. Man habe zuerst auch einen Fuchs oder Goldschakal verdächtigt, dann aber habe es Sichtungen durch mehrere Personen gegeben, die auf einen Wolf hindeuten – die Bauern glauben daher nun, dass er der Übeltäter ist.

Mehrere Schafe wurden gerissen. - Foto: Privat

Kaserer ergänzt, dass es den Tierhaltern grundsätzlich einerlei ist, ob Wölfe, Füchse oder streunende Hunde ihre Schafe reißen – der Schaden sei auf jeden Fall groß.

Nun wird man auf Trumsberg aber voraussichtlich die Reißleine ziehen und die rund 350 bis 400 Schafe vorzeitig zu Tal treiben. Man werde sicher nicht zuschauen, wie Tag für Tag Tiere gerissen werden. Es gebe unter den Bauern solche, die reine Schafzüchter seien, sagt Kaserer. „Da geht es irgendwann einmal auch um die Existenz“, stellt er fest.

Auf der Stierberg-Alm gibt es neben den Schafen auch Ziegen und Kälber, dazu einen Hirten. Die Tiere stammen von Höfen aus dem gesamten Gemeindegebiet Kastelbell-Tschars. Die Schafe bewegen sich frei, Herdenschutzmaßnahmen gibt es keine, sagt Kaserer. „Es wäre schade um jeden Euro, den man dafür ausgibt“, sagt der Bauer. Denn das Gelände sei zu weitläufig, ein regelmäßiges Zusammentreiben der Tiere zum Beispiel unmöglich.

Ernst Kaserer ergänzt, dass die Bauern die Nase gestrichen voll hätten. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Wölfe zunimmt. Aber das sei unbedingt zu verhindern – an ein Nebeneinander von Schafbauern und Wölfen kann er nicht glauben. „Wenn die Wölfe nicht verschwinden, werden es halt eines Tages die Bauern auf den Almen tun“, sagt er.

D/lie

stol