Samstag, 14. November 2020

Gesalzene Strafen bei Corona-Vergehen

Wer gegen die Corona-Regeln verstößt und dabei von den Ordnungskräften erwischt wird, der muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen

Die Ordnungshüter kontrollieren verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln.
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Die Ordnungshüter kontrollieren verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln. - Foto: © MATTEO_GROPPO
Bürger, die beispielsweise ohne Maske zu Fuß im Stadtzentrum unterwegs sind, mitten unter Leuten, müssen 280 Euro hinblättern. Zahlen sie die Strafe nicht binnen 5 Tagen, dann sind 400 Euro fällig. Wer ohne gerechtfertigten Grund mit dem Pkw von einer Gemeinde in die andere fährt, wird noch mehr zur Kasse gebeten und ist immerhin 373,34 Euro los – zu zahlen ebenfalls binnen 5 Tagen.

Maske tragen allein genügt nicht

Zu den häufigsten Übertretungen, die die Ortspolizisten in Südtirol derzeit beobachten, zählt das Nicht-Beachten der Maskenpflicht, berichtet der Vorsitzende der Vereinigung der Ortspolizei in Südtirol, Christian Carli. Die Maske zu tragen allein genügt nicht – das Tragen müsse auch korrekt erfolgen, also über der Nase, was von vielen Bürgern nicht beachtet werde. Unbelehrbare müssen tief in die Tasche greifen: Ein Maskenmuffel, der einmal erwischt wird und 280 Euro bezahlt hat und dann erneut die Maskenpflicht verletzt, muss dann schon 560 Euro entrichten – binnen 5 Tagen, sonst wird es noch teurer.

Auch beim Autofahren heißt es aufpassen: Ohne gerechtfertigten Grund darf man das Auto nicht benützen. So ist es laut derzeitiger Regelung beispielsweise einem Eppaner nicht gestattet, mit dem Pkw von St. Pauls nach Montiggl spazieren zu fahren. Geldbuße: 373,34 Euro. Wird jemand ein zweites Mal dabei erwischt, dann sind es bereits 746,68 Euro.

Die zu vielen Kaffees im Freien

Teuer ist es zurzeit auch, einen Kaffee im Freien zu trinken: 280 Euro Geldbuße können dafür verhängt werden – ab dem 6. Tag der Nicht-Bezahlung wären es dann schon 400 Euro. Kaffees im Freien sind zurzeit ein großes Problem, erklärt Carli. Denn wenn sich die Bürger in einem Gastlokal einen Kaffee abholen – was ja erlaubt ist – „dann wird dieser Kaffee im Plastikbecher praktisch nie mit heim genommen, denn dann wäre er ja kalt“, erklärt Carli. Folglich werde der Kaffee unweit des Lokals konsumiert. „Hier muss eine Lösung gefunden werden“, meint der Vorsitzende der Vereinigung der Ortspolizei. Das Thema sei auch bei einer Videokonferenz, an der die Ortspolizei-Kommandanten und Zivilschutz-Verantwortliche teilnahmen, diskutiert worden.

Immer wieder beobachten die Ordnungskräfte verbotene Treffen unter Jugendlichen. Jugendliche dürfen sich sehr wohl fortbewegen, etwa mit dem Fahrrad, aber nicht in der Gruppe treffen, erläutert Carli. Die Polizei setzt in solchen Fällen auf Sensibilisierung und Aufklärung – auch der Eltern. Aber grundsätzlich gilt: Dafür drohen 280 Euro Geldbuße. Sind es Minderjährige, können die Eltern zur Kasse gebeten werden. Sind die Jugendlichen mit einem Scooter unterwegs und treffen sich verbotenerweise, dann wird es noch teurer (373,34 Euro).


Schwindeln mit Eigenerklärungen wird geahndet

Geahndet wird auch das Schwindeln mit Eigenerklärungen: Ein Bürger, der in einer Eigenerklärung bewusst falsche Angaben macht, also beispielsweise mit dem Auto fährt und vortäuscht, aus Arbeitsgründen von einer Gemeinde zu einer anderen unterwegs zu sein, aber in Wirklichkeit nur spazieren fährt, der muss laut der Ortspolizei von Brixen mit einer Verwaltungsstrafe von 373,34 Euro rechnen.

Schwerwiegend ist es, wenn jemand eigentlich in Quarantäne wäre und daheim bleiben müsste, und doch in der Gemeinde unterwegs ist. In diesem Fall folgt eine Strafanzeige und dann entscheidet das Gericht, erklärt Carli.

Sportliche Betätigungen wie Laufen oder Radfahren sind erlaubt. Nun gehen die Meinungen aber darüber auseinander, ob diese sportlichen Betätigungen nur im Gebiet der eigenen Gemeinde erlaubt sind oder in ganz Südtirol, erklärt Carli. „Die Verordnung vom 8. November ist da nicht ganz klar. Wir haben dies den zuständigen Behörden gemeldet.“

hof

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