Freitag, 17. April 2020

Geschlossene Schulen und Hotels: Drohen nach Corona die Legionellen?

Seit Wochen stehen zahlreiche Gebäude in Südtirol leer, unter anderem auch Schulen und Hotels. „Damit wir nach der Corona-Pandemie nicht ein Problem mit Legionellen bekommen, muss jetzt gehandelt werden“, warnt Harald Kraler, lvh-Obmann der Installateure für Heizungs- und sanitäre Anlagen.

Stillstehende Wasserhähne könnten nach Corona zu einem neuen Problem werden.
Badge Local
Stillstehende Wasserhähne könnten nach Corona zu einem neuen Problem werden. - Foto: © shutterstock
Die Coronakrise hat vieles zum Stillstand gebracht, darunter auch die unzähligen Wasserhähne in Hotels, öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.

Wenn Trinkwasser in den Rohrleitungen stillsteht, könne dies schnell zu einem Problem der Wasserhygiene werden.

„Stehendes Wasser in Rohrleitungen kann in kürzester Zeit zu einem gesundheitlichen Risiko werden, da die Bildung von Keimen und Legionellen gefördert wird“, warnt Obmann Kraler.



Legionellen können sogar ähnliche Symptome wie Covid-19 hervorrufen: Betroffene leiden unter anderem an hohem Fieber, in manchen Fällen kann sich auch eine starke Entzündung der Lunge entwickeln.

„Es ist wichtig, dass jetzt gehandelt wird, um derartige Krankheiten vorzubeugen“, unterstreicht Kraler.

„Als Besitzer von Gebäuden ist man gesetzlich dazu verpflichtet, Trinkwassersysteme zu pflegen und für die Hygiene zu sorgen.“

Wasserhähne alle 3 Tage für einige Minuten öffnen

Eine Legionellen-Gefahr kann einfach vorgebeugt werden: Mindestens alle 3 Tage sollten alle Entnahmestellen wie Dusche, Waschbecken, etc. für einige Minuten geöffnet werden.

Auch sollten regelmäßig die Temperaturen im Warmwassersystem kontrolliert werden. Wasserspeicher dürfen nicht unter 60 Grad Celsius liegen, Zirkulationsleitungen nicht unter 55 Grad Celsius.

Die Zirkulationspumpen müssen immer eingeschalten sein, um eine Bewegung des Warmwassers zu garantieren und Ablagerungen nicht zu fördern.

Bei Gebäuden, in denen bereits länger kein Wasser geflossen ist, muss unbedingt eine Atemschutzmaske der Klasse P3/FFP3 beim Öffnen der Entnahmestellen getragen werden. Schließlich gelangen Legionellen über die Atemwege in die Lunge.

„Steht das Wasser 3 bis 4 Wochen still, sollten unbedingt Experten angefordert werden“, erklärt Kraler.

Bei einer Nicht-Benutzung über einem Monat sollte vor Inbetriebnahme ein kompletter Wasseraustausch vorgenommen werden. Dabei sind zusätzlichen mikrobiologische Laboruntersuchung empfehlenswert.

Bei Fragen sollten Sie sich zur Sicherheit an den Installateur für Heizungs- und sanitäre Anlagen in Ihrer Nähe wenden.

liz

Schlagwörter: